23:09 06 Juli 2020
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    Erstmals seit der Befreiung Aleppos im Jahr 2016 öffnet der in der Altstadt gelegene Markt al-Habiya wieder seine Pforten. Ein Händler sprach mit Sputnik über seine Rückkehr auf den Markt und welche Erinnerungen ihm an die Zeit vor dem Krieg geblieben sind.

    Abu Muhammad bäckt seit 50 Jahren Kuchen und verkauft sie auf dem al-Habiya-Markt. Vor kurzem kehrte der Bäcker zu seiner Verkaufsstelle zurück. 2012 musste er alles hinter sich lassen und nach Latakia wegziehen, wie viele andere Tausende Syrer, die vor dem Krieg und den Terroristen fliehen mussten.

    „Als wir weggingen, dachte ich, dass ich den Markt zum letzten Mal sehen würde. Niemand wusste, wann die Kämpfe in der Stadt zu Ende gehen. Auch die Terroristen rückten damals entschlossen vor. Doch mit der Befreiung der Stadt im Jahr 2016 hat sich die Lage stark geändert. Der Wandel war vor allem im vergangenen Jahr zu erkennen, als mit dem Wiederaufbau der Stadt begonnen wurde. Auch unser Markt wurde wiederaufgebaut. Ich war wirklich angenehm überrascht, dass er so schnell wieder zum Leben erweckt wurde, die Menschen kommen wieder“, sagte er.

    In den vergangenen Monaten kehrt das Leben auf die Märkte in der Altstadt von Aleppo zurück. Die syrische Regierung plant den Wiederaufbau der Stadt und die Rückkehr zur Vorkriegszeit. Der al-Habiya-Markt gehört auch zu diesem Plan – im Juli 2012 wurde er fast vollständig von Extremisten zerstört.

    • Markt al-Habiya in Aleppo
      Markt al-Habiya in Aleppo
      © Sputnik / Kareem Tebi
    • Markt al-Habiya in Aleppo
      Markt al-Habiya in Aleppo
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    • Markt al-Habiya in Aleppo
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      Markt al-Habiya in Aleppo
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    Markt al-Habiya in Aleppo
    „Wir sitzen oft mit den anderen Händlern zusammen und sehen, wie der Markt wieder zum Leben erwacht - neue Menschen und Waren sind zu sehen. Das ist sehr gut. Der bereits seit Jahrhunderten existierende Markt in Aleppo lebt nun weiter“, so Abu Muhammad.

    Den Markt gibt es bereits seit dem Mittelalter, in der ganzen Zeit musste er nur einmal schließen: Das war 2012, als die IS*-Extremisten die Stadt einnahmen. Die historischen Mauern des Marktes gehören zum Weltkulturerbe. Der Markt wurde einst nach der hier am meisten gehandelten Ware benannt: Habiya. Dabei handelt es sich um ein Tongefäß, in dem Wasser gekühlt wurde. Wie Abu Muhammad erzählt, wurde mit diesen Gefäßen auf dem Markt bis zu seiner Schließung gehandelt.

    © Sputnik .
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    „Ich erinnere mich daran, wie neben mir ein Mann arbeitete, er stellte Habiya her und verkaufte sie. In den letzten Jahren wurden sie natürlich eher als Souvenir bzw. Geschenk gekauft. Doch das ist ein großes Erbe des Marktes, Aleppos und ganz Syriens. Hoffentlich werden die Habiyas hierher einmal zurückkehren. Doch den größten Teil des Marktes nahmen vorwiegend Schuhhändler ein, der Markt war dafür bekannt“, so Abu Muhammad.

    An der Rekonstruktion des Marktes beteiligten sich nicht nur die Behörden der Provinz Aleppo. Die Hauptverwaltung für die Antike und Museen in Syrien zusammen mit der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit sowie dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen für Syrien förderten den Wiederaufbau des Marktes. Außerdem wird die Rückkehr der Händler auf ihre Plätze und die Eröffnung neuer Geschäfte auf dem alten Markt finanziert.

    * - Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten

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    Tags:
    Markt, Wiederaufbau, Aleppo, Syrien