11:45 06 Juli 2020
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    Das auch Pangolin genannte Schuppentier, das von Forschern als Zwischenwirt für das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 vermutet wird, ist nicht in das chinesische Arzneibuch für 2020 aufgenommen worden. Künftig werden die vom Aussterben bedrohten Tiere nicht mehr in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet.

    Dies berichtet die Zeitung „Global Times“. Demnach heißt es in der neuesten Version des chinesischen Arzneibuchs, dass „seltene Wildtiere aus dem Arzneibuch ausgeschlossen werden“.

    In der TCM wird angenommen, dass Pangolinschuppen die Durchblutung anregen, Stagnation beseitigen und Entzündungen lindern können.

    Ende der 1990er Jahre habe es in den Provinzen Chinas etwa 60.000 Pangoline gegeben, deren Zahl jedoch um 90 Prozent zurückgegangen sei, schreibt „Global Times“. 2007 hätten die Behörden die Jagd auf Pangoline in freier Wildbahn verboten und 2018 den kommerziellen Import von Pangolinen und Schuppentier-Produkten gestoppt. Aber der besondere Wert des Tieres in der TCM und die nachlässige Bestrafung für dessen Verzehr führte zur fortgesetzten Jagd.

    Die Pangoline sind nicht die ersten Tiere, deren Verwendung in der TCM die chinesischen Behörden verboten haben. 1993 verbot China die Verwendung von Nashornhörnern und Tigerknochen für medizinische Zwecke.

    Das Pangolin

    Das Säugetier gehört zur Familie der Schuppentiere. Diese bilden im Tierreich eine eigene Ordnung und haben keine näheren Verwandten. Schuppentiere kommen nur in Afrika und Asien vor. Insgesamt gibt es acht verschiedene Arten von Pangolinen. In freier Wildbahn können sie etwa 13 Jahre alt werden. Am liebsten verzehren die Insektenfresser Termiten und Ameisen.

    Pangoline zählen zu den am häufigsten geschmuggelten Wildtieren der Welt. Ihr Fleisch gilt in Asien als Delikatesse, die Schuppen gelten als Heilmittel. Auf dem Schwarzmarkt erzielen sie hohe Preise. Alle Arten der Schuppentiere sind von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) als stark gefährdet (VU) eingestuft. Für die asiatischen Pangolin-Arten gilt seit 2013 eine Nullexportquote, sie dürfen gar nicht gehandelt werden. 

    Möglicher Corona-Vermittler

    Im Februar hatte eine Gruppe von Wissenschaftlern von der Landwirtschaftlichen Universität in Südchina und vom Labor für moderne Landwirtschaft in Guangdong Forschungen durchgeführt und herausgefunden, dass das Pangolin Zwischenwirt für die neue Art von Coronavirus sein könnte. Später sagte der Chef der Abteilung für wissenschaftlich-technische Entwicklung beim Ministerium für Wissenschaft und Technologie der Volksrepublik China, Wu Yuanbin, dass Fledermäuse die wahrscheinlichste Quelle für das Coronavirus seien.

    Neuartiges Coronavirus

    Ende Dezember hatte Peking die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über den Ausbruch einer Lungenentzündung unbekannter Ursache in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei informiert. Als Krankheitserreger wurde etwas später das Coronavirus 2019-nCoV identifiziert.

    pd/sb

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    Tags:
    Tierschutz, China