01:42 11 Juli 2020
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    Laut Dr. Ngoy Nsenga, dem Teamleiter der Notfallsektion für Ost- und Südafrika bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), können in afrikanischen Ländern, darunter in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), neue Ebola-Ausbrüche auftreten. Nsenga zufolge sind weitere Impfungen erforderlich.

    „Die Ebola wird irgendwo wieder auftauchen, aber wir müssen bereit sein, diesen Ausbruch zu umgehen und zu verhindern, dass er sich auf das Ausmaß der Ausbrüche ausbreitet, die wir in der Vergangenheit hatten. (...) Wir werden ähnliche Fälle von Zeit zu Zeit haben. Eine wichtige Frage ist, wie wir die Ausbreitung der Krankheit und das Auftreten eines großflächigen Ausbruchs verhindern können, der sich auch außerhalb der Demokratischen Republik Kongo ausbreiten wird“, sagte Nsenga gegenüber der Agentur RIA Novosti am Donnerstag.

    Die Impfung werde eine wichtige Lösung für dieses Problem sein, fügte er hinzu.

    „Die Impfung wird auf jeden Fall ein guter Weg sein, aber im Moment glaube ich nicht, dass dieser Impfstoff an diejenigen verabreicht wird, die sich außerhalb des vom Ausbruch betroffenen Ortes befinden. Er wird nur an die Menschen verabreicht, die zum Zeitpunkt des Ausbruchs Kontakt mit infizierten Personen hatten“, so der WHO-Vertreter weiter.

    Über den Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) sagte Nsenga, dass es im Land genügend medizinisches Personal gebe. Er stellte jedoch fest, dass die Kosten für die Bekämpfung der Krankheit sehr hoch seien, insbesondere wegen der Unzugänglichkeit des Epizentrums des Ausbruchs, was zusätzliche logistische Probleme schaffe.

    Ebola-Virus geht seit 2018 zurück

    Am 1. Juni hat die DR Kongo einen Ebolaausbruch im Nordwesten des Landes germeldet – nur wenige Wochen bevor sie hoffte, das offizielle Ende der Epi­de­mie im ganzen Land ausrufen zu können. In der Stadt Mbandaka seien bereits vier Menschen an Ebola gestorben, verkündete Ge­sund­heits­mi­nis­ter Eteni Longondo. 

    Das tödliche Virus ist seit 2018 zurück im Land. Das Zentrum der Ebola-Epidemie im Kongo ist der Osten des Landes. Seit dem Ausbruch im August 2018 starben Berichten zufolge mehr als 2.200 Menschen an der Viruserkrankung.

    Das Ebola-Virus war erstmals 1976 im Norden der Demokratischen Republik Kongo registriert worden und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Die Betroffenen leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie an inneren Blutungen und schließlich Organversagen.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Afrika, Ebola, Kongo