22:23 06 Juli 2020
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    Zweifel an Verhältnismäßigkeit der Polizeigewalt wachsen; Deutschland soll 42 Prozent mehr an EU zahlen; Modernisierungskurs bei Atomwaffen hält an; Ex-Sicherheitschef von El Chapo an USA ausgeliefert; Neue Eskalation an türkisch -griechischer Grenze befürchtet; Corona-Warn-App kommt morgen

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Montag geschehen ist.

    Zweifel an Verhältnismäßigkeit der Polizeigewalt wachsen

    Nach dem Tod eines Schwarzen infolge einer Polizeikontrolle in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia wachsen die Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der angewendeten Gewalt. Videoaufnahmen der Ereignisse am Freitagabend zeigen die Interaktion zwischen zwei weißen Polizisten und Rayshard Brooks, an dessen Ende einer der Beamten Schüsse auf den 27-Jährigen abgab. Die Obduktion ergab, dass Brooks an Organschäden und Blutverlust durch zwei Schussverletzungen im Rücken starb, wie der TV-Sender CNN unter Berufung auf die Gerichtsmedizin berichtete. Brooks war nach einer Operation im Krankenhaus gestorben. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, diese Woche über eine Anklage entscheiden zu wollen.

    Deutschland soll 42 Prozent mehr an EU zahlen

    Deutschland soll nach Plänen der EU-Kommission jährlich 42 Prozent mehr in den EU-Haushalt einzahlen als bisher. Das ergibt sich nach einem Bericht der „Welt“ aus einer der Zeitung vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Gerald Ullrich.

    Grundlage ist der aktuelle Vorschlag der Kommission für den sogenannten mehrjährigen Finanzrahmen für den Zeitraum von 2021 bis 2027. Zuletzt überwies die Bundesregierung jedes Jahr durchschnittlich 31 Milliarden Euro nach Brüssel. Ein Plus um 13 Milliarden auf 44 Milliarden Euro wäre ein Anstieg von rund 42 Prozent.

    Modernisierungskurs bei Atomwaffen hält an

    Weltweit lagern noch immer mehr als 13.000 nukleare Sprengköpfe in den Arsenalen der Atommächte. Die Gesamtzahl der Atomwaffen auf der Erde ist im vergangenen Jahr zwar um etwa 3,5 Prozent weiter zurückgegangen, wie aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht. Dennoch seien alle Atommächte dabei, ihre nuklearen Waffen weiter zu modernisieren, teilten die Friedensforscher mit. Es erscheine so, dass alle neun Atomwaffenstaaten an ihren Arsenalen auf unbestimmte Zeit festhalten wollten, sagte der Sipri-Experte Shannon Kile der Deutschen Presse-Agentur.

    Ex-Sicherheitschef von El Chapo an USA ausgeliefert

    Mexiko hat einen mutmaßlichen hochrangigen Helfer des früheren mexikanischen Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Wie die mexikanische Zeitung „El Universal“ unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft am Sonntag berichtete, geschah die Auslieferung von Felipe Cabrera Sarabia auf Antrag des US-Bezirksgerichts für den nördlichen Bezirk von Illinois. Demnach soll der Mexikaner wegen der möglichen Verbrechen der kriminellen Vereinigung strafrechtlich verfolgt werden. „El Inge“ soll laut Berichten zwischen 2005 und 2008 den Export von Tausenden Kilo Kokain und Heroin aus Mexiko in die Vereinigten Staaten koordiniert haben. Er war unter anderem verantwortlich für die Operationen des mächtigen Sinaloa-Drogen-Kartells im nordwestlichen Bundesstaat Durango und im Süden von Chihuahua sowie Sicherheitschef von dessen Boss „El Chapo“, wie es hieß.

    Neue Eskalation an türkisch -griechischer Grenze befürchtet

    Die EU-Grenzschutzagentur Frontex warnt vor einer neuen Eskalation an der Grenze zwischen der Türkei und Griechenland. Der Direktor der EU-Behörde, Leggeri, sagte den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“, Frontex werde das Personal in Griechenland aufstocken, falls die Türkei eine ähnliche Situation heraufbeschwöre wie im März. Ende Februar hatte der türkische Präsident Erdogan verkündet, die Grenzen zur EU seien offen. Er wollte damit mehr Geld von der EU für die Betreuung der rund vier Millionen Flüchtlinge in der Türkei erzwingen. Zehntausende Migranten zogen daraufhin zur Grenze nach Griechenland und wurden teils gewaltsam wieder zurückgedrängt. Frontex verzeichnet wieder eine steigende Zahl unerlaubter Grenzübertritte in die EU. Im Mai seien es rund drei Mal so viele gewesen wie im Vormonat.

    Corona-Warn-App kommt morgen

    Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird morgen vorgestellt und zur Benutzung freigeschaltet. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es. Zum Herunterladen dürfte die App schon heute Abend in den Stores von Google und Apple bereitstehen. Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Virus nicht wieder stark ansteigt.

    mk/dpa/ae

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    Tags:
    EU, USA, App, Covid-19, Coronavirus, Polizeigewalt, Deutschland