21:58 06 Juli 2020
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    Neue Normalität in der Corona-Pandemie: Lockerungen weltweit (50)
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    Angst vor einem neuen Lockdown herrscht in Peking, nachdem dort ein neuer Corona-Ausbruch entdeckt wurde. Dieser wird auf einen Markt im Süden der Stadt zurückgeführt. Laut chinesischen Epidemiologen soll das Virus genetisch näher am in Europa voherrschenden Stamm liegen.

    In der chinesischen Hauptstadt Peking ist es erneut zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Dabei konnten bislang mindestens neue 79 Covid-19-Fälle (Stand Sonntag) nachgewiesen werden. Laut Cluster-Analyse lassen sich alle Fälle auf den Xinfadi-Markt im Süden der Stadt zurückführen. Dort werden Meerestiere, Gemüse und Früchte in großen Mengen vertrieben.

    Der erste Corona-Fall war bereits am Donnerstag festgestellt worden. Es soll sich um einen Mann handeln, der bereits am 3. Juni Meeresfrüchte und Fleisch auf dem Markt eingekauft hatte und positiv getestet wurde. Laut dem Mann hat er keine Reisen ins Ausland unternommen. Nachdem am Freitag zwei weitere Fälle nachgewiesen werden konnten, wurde der Markt zum Samstagmorgen gesperrt.

    Neuer Lockdown? Öffentliches Leben in Peking wird wieder runtergefahren

    Die Behörden testeten schließlich fast 6000 auf dem Markt Beschäftigte. Sie analysierten auch knapp 3000 Proben von unterschiedlichen Oberflächen auf dem Markt. Zu den 79 dadurch entdeckten Fällen mit Symptomen sollen noch weitere 48 symptomfreie Infektionen hinzukommen. Sie befinden sich Pekings Gesundheitsbehörde zufolge in Quarantäne unter medizinischer Beobachtung. Auch die WHO verfolgt das neue Cluster aufmerksam in Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden.

    Im Zusammenhang mit dem neuen Ausbruch wurden auch bestimmte Einschränkungen des öffentlichen Lebens reaktiviert. Größere Menschengruppen sollen nicht mehr in Restaurants an einem Tisch essen dürfen, Anwohner in Nähe des Marktes müssen in Hausquarantäne bleiben, der Stadtteil, in dem der Markt liegt, wurde zum Hochrisikogebiet erklärt.

    Europäischer Corona-Stamm über Lachs übertragen?

    Die Übertragung soll laut dem chinesischen Epidemiologen Wu Zunyou über verunreinigte Meeresfrüchte und Fleischprodukte erfolgt sein. Zwei Proben vom Markt sollen außerdem gezeigt haben, dass es sich um eine Corona-Virus-Variante handelt, die genetisch näher am im Europa als dem in China vorherrschenden Corona-Stamm liegt. Das teilte ein weitere Epidemiologe, Zeng Guang, von der Chinesischen Seuchenschutzbehörde gegenüber chinesischen Staatsmedien mit.

    Weitere Untersuchungen sollen den Ursprung auf importierten Lachs eingegrenzt haben, der nach China aus Ländern wie Norwegen, Chile, Australien und Kanada importiert wird.

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    Fisch, Pandemie, Coronavirus, Europa, Peking, China