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    Neue Normalität in der Corona-Pandemie: Lockerungen weltweit (114)
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    Für den Philosophen Precht gab und gibt es auf Erden schlimmere Dinge als Corona. Angesichts weniger Hundert Menschen, die in Deutschland mit Corona kämpften, solle man es mit Pandemie-Maßnahmen nicht zu weit treiben. Einen zweiten Shutdown sieht er nicht – man könne das nicht bezahlen, doch für die drohende Zeche jetzt hat er konkrete Vorschläge.

    Precht nimmt im Handelsblatt eine Einordnung der herrschenden Verhältnisse vor. Mit den Pandemie-Maßnahmen solle es nicht zu weit getrieben werden: „Angesichts von derzeit wenigen Hundert Menschen, die in Deutschland wirklich mit Corona zu kämpfen haben, muss man sich schon überlegen, wie weit man das gesamte öffentliche Leben weiterhin so einschränken sollte“, so der 55-Jährige in der Zeitung. 

    Überreagiert  - am Rande des Ruins

    Da hätte man „ganz offenkundig in Teilen überreagiert“, so der Philosoph. Er gehe überdies davon aus, dass es „keinen zweiten Shutdown geben wird. Das können wir gar nicht bezahlen, wenn wir sehen, wie schon der erste die Weltwirtschaft an den Rand des Ruins getrieben hat“.

    “An – oder zumindest mit – Corona” seien mittlerweile zwar global mehr als 400.000 Menschen gestorben: “In der gleichen Zeit verhungerten aber auch einige Millionen Menschen. Damit will ich nichts aufrechnen, sondern nur sagen: Es geschahen und geschehen auf unserem Planeten noch schlimmere Dinge als Corona”, so Precht.

    Politisch größte Enttäuschung der Seuche 

    Das seiner Ansicht nach weitaus dramatischere Problem des Klimawandels solle nicht aus den Augen verloren werden. Er freute sich, wenn “nur zehn Prozent der Corona-Rigorosität künftig einer besseren Öko-Politik zugutekäme. Wir hätten sofort einen gesünderen Planeten.” Das müssten nun die Grünen fordern, so der Philosoph, bezeichnet sie aber als “politisch die größte Enttäuschung der ganzen Seuche”. Er sei “entsetzt darüber, wie rasant sich diese Partei selbst entzaubert.”  

    Statt billiger Sympathie-Bekundung Lohnsteigerungen

    Vielen Menschen und Branchen gehe es “jetzt wirklich schlecht. Da finde ich auch den Beifall für Krankenschwestern oder Altenpfleger deplatziert, wenn wir nach solchen in jeder Hinsicht billigen Sympathie- Bekundungen bald wieder zur Tagesordnung übergehen ohne endlich mal deren Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Löhne zu erhöhen”.

    Steuererhöhungen für Profiteure

    In seinem Rundumschlag geht Precht noch weiter. Tech-Riesen will der Philosoph nämlich zur Kasse bitten: “Wenn der Staat jetzt gigantische Rettungspakete schnürt, sollte er auf der anderen Seite endlich die Steuern für die großen Online-Profiteure erhöhen. Ansonsten sterben unsere Städte und mit ihnen der Gemeinschaftsraum, der Gemeinsinn und die Demokratie.”

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