03:52 14 Juli 2020
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    Das wegen der Pandemie im März abgesagte Aufstellen einer Lenin-Statue in Gelsenkirchen soll am Sonnabend erfolgen. Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands will auf ihrem Grundstück vor der Zentrale eine zwei Meter hohe Statue des Revolutionärs errichten. Im Schulterschluss mit der AfD setzten sich SPD, CDU und Grüne für ein Verbot ein.

    Vor ihrer Bundeszentrale beabsichtigt die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands  (MLPD) am kommenden Sonnabend die Errichtung des umstrittenen Denkmals - einer 2,15 Meter hohen gusseisernen Statue Wladimir Iljitsch Lenins. Es wäre die erste in Westdeutschland.  

    Ein von der Stadt unter Verweis auf den Denkmalschutz erlassener Baustopp war vom Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen vorab kassiert worden.

    Zu der feierlichen Enthüllung der öffentlich sichtbaren Statue erwartet die Partei mehr als 300 Gäste. „Lenin passt einfach in die heutige Zeit: Als Gegner jedes Rassismus, als Revolutionär in Krisenzeiten, als visionärer Theoretiker und höchst praktischer Arbeiterführer“, erklärte MLPD-Pressesprecher Peter Weispfenning.  

    Noch in der vergangenen Woche seien Personen in einem weißen Lieferwagen aus Mönchengladbach angereist, um das Werbeplakat für das Aufstellen der Statue mit antikommunistischen Aufklebern zu verunstalten. Sie hätten schnell wieder das Weite suchen müssen angesichts empörter Passanten, so Weispfennig. Der Staatsschutz ermittele jetzt gegen die Straftäter.  

    Front etablierter Parteien im Schulterschuss mit der AfD 

    Die Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West hatte sich Anfang März in einer einstimmig verabschiedeten Resolution gegen das Aufstellen ausgesprochen. Darin heißt es: „Der Kommunistenführer Lenin steht für Gewalt, Unterdrückung, Terror und schreckliches menschliches Leid. Dies alles macht ihn mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland unvereinbar und zu einem Symbol der Bekämpfung und Abschaffung unserer Demokratie.“

    Es sollten sich „die gutbürgerlichen 'etablierten' Antikommunisten in Gelsenkirchen vor Augen halten, wohin ihre rechte Hetze und ihre Drohungen führen: Sachbeschädigung, Volksverhetzung, Bedrohung. Wer gar öffentlich einen 'kreativen Umgang der Bürger' mit der Lenin-Statue forderte, wie Stadtsprecher Martin Schulmann, oder die CDU, die 'parteiübergreifenden Widerstand' propagierte, der darf sich jetzt nicht wundern, wenn Faschisten das in die Praxis umsetzen wollen und sie plötzlich mit diesen in einer Reihe stehen. Die Vertreter von SPD, CDU und Grünen sollten sich schämen, dass sie im Bezirk West bereits gemeinsam mit der AfD extra eine Resolution gegen die Statue verabschiedeten."

    Die MLPD 

    „Lenin war ein weltgeschichtlich bedeutender Vordenker und Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie für die Massen, für Frieden und Sozialismus“, so die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner.  

    Die MLPD ist eine deutsche Kleinpartei. Sie wurde am 20. Juli 1982 gegründet. Die MLPD tritt für eine revolutionäre Vergesellschaftung der Produktionsmittel ein. In Theorie und Praxis orientiert sich die Partei an Karl Marx, Friedrich Engels, Wladimir Lenin und Ernst Thälmann. Die MLPD gilt als linksextremistisch und wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

     

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    Tags:
    Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands MLPD, Gelsenkirchen, Lenin-Denkmal, Wladimir Lenin