08:20 03 Dezember 2020
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    Ein Gericht in der türkischen Metropole Istanbul hat den Hausarrest gegen die wegen Terrorvorwürfen angeklagte Kölnerin Gönül Örs aufgehoben. Sie darf jedoch das Land nicht verlassen, weil die Ausreisesperre bestehen bleibe, sagte ihre Anwältin Ayse Celik der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag am Istanbuler Gericht Caglayan.

    Eine Fußfessel müsse ihre Mandantin nicht mehr tragen. Der Prozess gegen Örs wird am 1. Oktober fortgesetzt.

    Der Kölnerin wird der Anklageschrift zufolge Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, Freiheitsberaubung unter Gewaltanwendung oder Täuschung und „Entführung oder Beschlagnahmung” von Beförderungsmitteln vorgeworfen.

    Örs war im Mai 2019 in die Türkei gereist, um ihre wegen Terrorvorwürfen verurteilte Mutter - die Sängerin Hozan Cane (Künstlername) - in der Haft zu besuchen. Örs wurde selbst festgenommen, erhielt zunächst eine Ausreisesperre und saß dann drei Monate in Istanbul in Untersuchungshaft. Bei ihrer Entlassung Anfang Dezember wurde sie unter Hausarrest gestellt, den sie bei ihrem Onkel im westtürkischen Manisa absaß.

    Hintergrund der Anklage war eine Protestaktion im Jahr 2012 auf einem Schiff in Köln. In Deutschland wurde nach Angaben der Anwältin eine Ermittlung gegen Örs in diesem Fall eingestellt. Vor Gericht sagte die Anwältin: „Meine Mandantin hat nicht im Entferntesten etwas mit diesem Vorfall zu tun.”

    ai/dpa

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    Tags:
    Istanbul, Gericht, Terrorverdacht, Köln, Hausarrest, Türkei