05:21 28 September 2020
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    Französische Antiterror-Spezialeinheiten (RAID) haben am Montagabend in der Stadt Dijon dabei geholfen, die Gewalt der rivalisierenden ethnischen Banden einzudämmen. Dies berichtete der Fernsehsender BFMTV.

    Demnach versammelten sich gegen 16.00 Uhr MESZ am Montag im Stadtteil Gresilles Dutzende Menschen, die mit Schusswaffen und Stahlstäben bewaffnet waren. Sie schossen in die Luft, beschädigten mehrere Überwachungskameras und setzten Mülltonnen, Mülleimer sowie Autos in Brand. Zudem warfen die Randalierer Steine auf das Fahrzeug des Fernsehsenders France 3.

    ​Gegen 20.30 Uhr, als etwa 100 Personen an den Unruhen beteiligt waren, wurden etwa 60 Gendarmen, 40 Offiziere des Bereitschaftspolizeiverbandes CRS sowie Beamte der RAID-Einheiten zur Kriminalitätsbekämpfung eingesetzt. Der Polizeieinsatz endete gegen 22:00 Uhr; vier Personen wurden festgenommen.

    ​Man sei bereit, bei Bedarf weitere Polizeikräfte zu entsenden, nachdem Jugendliche in den vergangenen drei Tagen Fahrzeuge und Mülleimer in Brand gesteckt hatten, erklärte die Polizei.

    ​Laut Quellen des TV-Senders sind die Unruhen vom Montag auf den Wunsch einer Reihe von Ortsbewohnern zurückzuführen, ihr Gebiet vor Angriffen ethnischer Tschetschenen zu schützen. Nach Angaben der Präfektur wurden keine Vertreter der tschetschenischen Diaspora festgenommen.

    ​Der französische Innenminister, Christophe Castaner, versprach am Montag in einem Gespräch mit dem Bürgermeister von Dijon, anderthalb mobile Einheiten von Sicherheitskräften in die Stadt zu schicken, um die Ordnung wiederherzustellen. Darüber hinaus sprach der Minister auch mit dem lokalen Polizeichef, den er bat, die Operationen zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung persönlich zu leiten.

    Der stellvertretende Innenminister, Laurent Nunez, sollte am Dienstag nach Dijon fahren, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

    Eskalation in Dijon

    Die Situation in Dijon war am späten Freitagabend eskaliert, als sich mehrere Dutzend Menschen in Kapuzenpullovern im Stadtzentrum versammelten und dann die Shisha Bar „Le Black Pearl“ angriffen. Augenzeugenberichten und Videoaufnahmen zufolge waren die Angreifer mit Betonstahl, Messern, Schraubenziehern und Baseballschlägern bewaffnet. Die Polizei kam sofort zum Tatort und setzte Tränengas ein, um die Randalierer zu zerstreuen.

    ​Nach Berichten lokaler Medien waren die Ausschreitungen am Wochenende auf aufgeflammte Konflikte zwischen rivalisierenden Jugendbanden zurückzuführen: Den ethnischen Tschetschenen, die aus ganz Frankreich nach Dijon gekommen sein sollen, und den lokalen Drogenhändlergruppierungen, deren Mitglieder größtenteils aus Maghreb-Ländern stammen. Auslöser des Konflikts soll gewesen sein, dass Bandenmitglieder einen tschetschenischen Jugendlichen verprügelt hatten.

    Der Staatsanwalt von Dijon, Eric Mathias, warf der tschetschenischen Gemeinschaft vor, angeblich soziale Medien genutzt zu haben, um einen frankreichweiten Racheaufruf wegen eines Angriffs auf ein Mitglied ihrer Gemeinschaft durch Menschen aus der Maghreb-Region in Nordwestafrika zu veröffentlichen.

    Trotz der verstärkten Präsenz von Sicherheitskräften blieb die Lage auch am Montag angespannt. Mehrere Menschen wurden bei Zusammenstößen verletzt.

    asch/ae/sna/rtr

     

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    Tags:
    Eindämmung, Spezialeinheiten, Polizei, Unruhen, Ausschreitungen, Dijon, Frankreich