23:01 06 Juli 2020
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    Im Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr ist offenbar ein islamistischer Extremist enttarnt worden. Dies geht aus Recherchen von Süddeutscher Zeitung und WDR hervor.

    Der Mann war demnach bereits im vergangenen Jahr durch entsprechende Äußerungen und Verhaltensweisen aufgefallen und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) gemeldet worden.

    Nach Ermittlungen habe der MAD den Elitesoldaten als „erkannten Extremisten“ eingestuft, was auf der internen Ampelskala des MAD der Stufe Rot entspreche. Der Soldat sei im Frühjahr entlassen worden.

    Der Spezialkräfteverband KSK ist im baden-württembergischen Calw stationiert. Die Eliteeinheit solle besondere Aufgaben von strategischem Interesse lösen, die oftmals durch herkömmliche Einheiten nicht erfüllt werden könnten, wie aus der Auftragsbeschreibung auf der Webseite der Bundeswehr hervorgeht. Dazu würden Offensive Operationen wie die Befreiung von deutschen Staatsangehörigen in Geisellagen in Krisen- oder Kriegsgebieten und die Festsetzung von Kriegsverbrechern oder Terroristen gehören. Die Ausbildungsunterstützung in Aufnahmestaaten und die Spezialaufklärung, das heißt die Gewinnung von Schlüsselinformationen von strategischer Bedeutung, würden ebenfalls dazu kommen. Die Basisausbildung zum Kommandosoldaten dauere drei Jahre.

    Von den häufigen KSK-Einsätzen in Kriegsgebieten wie etwa Afghanistan würden selbst die geheim tagenden Gremien des Bundestages oft erst im Nachhinein erfahren, betont die „Süddeutsche Zeitung“.

    Seit 2017 hatte der MAD damit begonnen, alle neuen Rekruten der Bundeswehr routinemäßig auf verfassungsfeindliche Verbindungen hin zu überprüfen. Ausgerechnet im KSK allerdings, wo die Soldaten besonders sorgfältig geprüft und ausgewählt werden sollten, seien zuletzt immer wieder Extremisten aufgefallen, wenn auch bisher stets Rechtsextreme und noch nie Islamisten.

    Zuletzt waren laut einem Bericht der SZ von Mitte Mai auf dem privaten Grundstück eines KSK-Soldaten im sächsischen Grimma Waffen, Sprengstoff und Munition sichergestellt worden. Der Verdächtige, ein 45-jähriger Oberstabsfeldwebel, habe bereits seit längerer Zeit wegen seiner mutmaßlich rechten Gesinnung im Visier des Militärgeheimdienstes MAD gestanden, hieß es.

    asch/ae

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    Tags:
    Islamist, Kommando Spezialkräfte (KSK), Militärischer Abschirmdienst (MAD), Bundeswehr, Deutschland