11:41 06 Juli 2020
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    Bund und Länder beenden Corona-Streit; Bolton erhebt Vorwürfe gegen Trump; UN rechnen mit mehr Flucht Richtung Europa; Brasilianische Notenbank senkt Leitzins deutlich; Corona-Ausbruch in Schlachthof; Polizist nach Tod eines Schwarzen wegen Mordes angeklagt

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Donnerstag geschehen ist.

    Bund und Länder beenden Corona-Streit

    Nach Wochen voller Streit haben sich Bund und Länder zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie vorerst wieder auf eine gemeinsame Grundstrategie geeinigt. Der beschlossene Kompromiss setzt weiterhin auf die bundesweite Fortsetzung des Mindestabstands von 1,5 Metern, verstärkte Hygiene-Maßnahmen sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in bestimmten Bereichen. Er sieht aber auch die Rückkehr der Schulen in Regelbetrieb bis spätestens nach den Sommerferien vor und lockert das Verbot für Großveranstaltungen durch denkbare Ausnahmen. Kanzlerin Merkel sagte, die Maßnahmen hätten sich bewährt und dienten dem gegenseitigen Schutz. Solange es kein Medikament und keinen Impfstoff gebe, müsse man mit der Pandemie leben.

    Bolton erhebt Vorwürfe gegen Trump

    Außenpolitik nach Bauchgefühl, gefährliches Unwissen und ein unbändiger Wunsch nach einer zweiten Amtszeit, der ihm wichtiger ist, als die Interessen des Landes - so beschreibt der frühere Nationale Sicherheitsberater John Bolton US-Präsident Donald Trumps Regierungsstil. Zudem wirft er ihm in seinem kommenden Enthüllungsbuch wiederholten Amtsmissbrauch vor, berichten mehrere US-Medien. Das Buch soll am kommenden Dienstag veröffentlicht werden - falls es nicht auf Antrag des Weißen Hauses von einem Gericht blockiert wird.

    UN rechnen mit mehr Flucht Richtung Europa

    Die Zahl der Menschen auf der Flucht steigt weltweit immer weiter. Ende vergangenen Jahres war rund ein Prozent der Weltbevölkerung wegen Kriegen, Gewalt, Konflikten oder Angst vor Verfolgung aus ihrer Heimat vertrieben worden. Insgesamt waren 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) heute in seinem Bericht zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni mitteilte. Die Coronakrise und damit verbundene Armut betroffener Bevölkerungen dürfte die Flucht Richtung Europa verstärken, sagte UNHCR-Chef Filippo Grandi in Genf. Mit 1,1 Millionen Flüchtlingen war Deutschland nach der Türkei, Kolumbien, Pakistan und Uganda das fünftwichtigste Aufnahmeland. Hinzu kamen in Deutschland nach der UNHCR-Statistik gut 309.000 Asylsuchende, über deren Status noch nicht entschieden war.

    Brasilianische Notenbank senkt Leitzins deutlich

    Die Notenbank Brasiliens stemmt sich mit einer weiteren kräftigen Zinssenkung gegen die wirtschaftlichen Folgen der immer stärker um sich greifenden Corona-Pandemie in dem Land. Die Währungshüter senkten den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent. Das ist der niedrigste Stand in der Geschichte des Landes. Dies teilte die Notenbank in Brasilia mit. Es ist bereits die dritte Leitzinssenkung seit März in Folge, seitdem die Corona-Krise die Weltwirtschaft fest im Griff hat. Anfang März hatte der Leitzins noch bei 4,25 Prozent gelegen. Notenbank-Präsident Roberto Campos Neto stellte zudem weitere Lockerungsschritte in Aussicht, da nach wie vor nicht abzusehen ist, wie stark die Pandemie die Wirtschaft belastet. Da sich Brasiliens Wirtschaft bereits vor der Corona-Krise schwach entwickelt hatte, dreht die Zentralbank bereits seit Sommer vergangenen Jahres an der Zinsschraube. So ist die aktuelle Leitzinssenkung insgesamt die achte in Folge seit Juli 2019.

    Corona-Ausbruch Corona in Schlachthof

    Als Reaktion auf einen Corona-Ausbruch mit Hunderten Infizierten beim Fleischunternehmen Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind im Kreis Gütersloh ab heute die Schulen und Kitas geschlossen.

    Bis zu den nordrhein-westfälischen Sommerferien - Start 26. Juni - wird nur eine Notbetreuung angeboten. Auf diese Weise hoffen Kreis und Landesregierung, die Gefahr einer Ausweitung des Virus einzudämmen. Bislang gehen die Behörden von einem „lokalen Ereignis“ aus.

     

    Polizist nach Tod eines Schwarzen wegen Mordes angeklagt

    Nach dem Tod des Afroamerikaners Rayshard Brooks nach einem Polizeieinsatz in der US-Metropole Atlanta hat die Staatsanwaltschaft einen der beiden Beamten unter anderem wegen Mordes angeklagt. Der Polizist habe übermäßige Gewalt angewendet, sagte Staatsanwalt Paul Howard. Der zweite beteiligte Polizist sei unter anderem wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Der Tod des 27-Jährigen nach dem Einsatz hatte die landesweiten Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA nach dem Fall George Floyd in Minneapolis weiter angeheizt.

    mk/dpa/ae

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    Tags:
    Donald Trump, John Bolton, Coronavirus, Deutschland