21:23 06 Juli 2020
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    Nordkorea hat Personal auf einige seiner Wachposten innerhalb der entmilitarisierten Zone entsandt, die im Einklang mit den Vereinbarungen mit Südkorea geräumt worden waren. Dies meldet die Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag unter Verweis auf Militärkreise.

    Am Mittwoch hatte der Generalstab der nordkoreanischen Volksarmee bekanntgegeben, einen Plan zur Verlegung von Truppen in die Grenzgebiete und zur Wiederaufnahme von Militärübungen dort in Erwägung zu ziehen. In der Touristenzone Kumgangsan sowie der Industriezone von Kaesong sollten militärische Formationen auf der Regimentebene und Feuereinheiten den Dienst ausüben, hieß es.

    Zudem sollten Polizeibeamte wieder auf Beobachtungsposten der Militärpolizei in der entmilitarisierten Zone geschickt werden. Im Einklang mit Militärabkommen zwischen den beiden Koreas vom September 2018 waren Truppen von dort aus abgezogen. Eine Reihe von Ausrüstungen wurde demontiert.

    Nach Angaben der Nachrichtenagentur wurden seit Mittwochabend mehrere Soldaten auf den Wachposten auf der nordkoreanischen Seite gesichtet. Man geht davon aus, dass es in Nordkorea etwa 150 solche Beobachtungsposten auf der nordkoreanischen Seite der entmilitarisierten Zone gibt. Laut lokalen südkoreanischen Medien wurden etwa 100 nordkoreanische Soldaten nach der Zerstörung des Kommunikationsbüros im Industriekomplex Kaesong gesehen.

    Das südkoreanische Militär erklärte jedoch offiziell, dass es keine besonderen Aktivitäten seitens Nordkoreas beobachtet.

    „Wir beobachten die nordkoreanischen Militärbewegungen genau, da Nordkorea vor mehreren Aktionen gewarnt hat. Wir sind in voller Bereitschaft“, äußerte der Sprecher der südkoreanischen Generalstabschefs am Donnerstag.

    Gemäß dem Waffenstillstandsabkommen zwischen dem Kommandeur der UN-Truppen einerseits und dem Oberbefehlshaber der koreanischen Volksarmee und dem Kommandeur der chinesischen Volksfreiwilligen andererseits ist der freie Zugang des Militärs zur entmilitarisierten Zone eingeschränkt. Deshalb ist nur die so genannte „Zivilpolizei“ von der nordkoreanischen Seite dort tätig. Die Zivilpolizeibeamten werden in der Regel aus dem Militärpersonal rekrutiert. Während ihres Aufenthalts in der entmilitarisierten Zone haben sie jedoch den Status von Polizeibeamten.

    Eskalation in den innerkoreanischen Beziehungen

    Die Spannungen in den Beziehungen zwischen den beiden Staaten hatten erneut zugenommen, nachdem Nordkorea am Dienstag das innerkoreanische Verbindungsbüro in der Grenzstadt Kaesong gesprengt hatte.

    Zuvor hat Pjöngjang mehrmals damit gedroht, das Büro abzureißen und sogar aus dem Militärabkommen mit Südkorea auszusteigen, wenn Südkorea Aktivisten nicht daran hindert, Propagandaflugblätter nach Nordkorea zu schicken.

    Trotz der Versprechungen der südkoreanischen Regierung, Maßnahmen zur Verhinderung der Flugblatt-Entsendung zu ergreifen, ging Nordkorea auf die Versöhnung nicht ein. Seoul ließ verkünden, die Schuld an allen Folgen der Eskalation gehe auf Pjöngjangs Konto. Allerdings machte Südkorea seine Pläne nicht rückgängig, Aktivisten an der Versendung von Flugblättern zu hindern.

    Zuvor war berichtet worden, dass Nordkorea die Möglichkeit prüft, seine Armee in die entmilitarisierte Zone an der Grenze zu Südkorea zu schicken. Das ging aus einer Erklärung des Generalstabs der Koreanischen Volksarmee hervor, die von der Nachrichtenagentur KCNA publik gemacht wurde.

    asch/ae

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