01:21 11 Juli 2020
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    Bodenziele an der Flugabwehr vorbei präzise zu bekämpfen, war das Ur-Konzept des Tarnkappenjets F-117 Nighthawk. Das Arsenal bestand eigentlich aus konventionellen Lenkwaffen. Ein USAF-Veteran sagt aber, der Kampfjet sei auch nuklearfähig gewesen. Man habe eine Mission gegen Ziele in Rostock vorbereitet gehabt. Das Portal „The Drive“ berichtet.

    Die F-117 war darauf getrimmt, eine gut ausgebaute Flugabwehr zu überwinden, um Ziele relativ tief im Gegnergebiet zu bekämpfen. Die kantige Rumpfform machte 75 Prozent der Tarnkappenfähigkeit dieses Kampfjets aus; radarabsorbierende Materialien und Beschichtungen vervollständigten die Tarneigenschaften. Für den Ostblock wäre es ein Horror gewesen, den Stealth-Fighter abwehren zu müssen, schreibt das Portal „The Drive“.

    Air-Force-Veteran Robert Donaldson, seinerzeit F-117-Pilot, sagte dem Portal, auf einen nuklearen Einsatz habe man sich nie direkt vorbereitet, aber die Möglichkeit den Tarnkappenjet als Atombomber einzusetzen, habe immer im Raum gestanden. Im Falle einer Krise wären die Stealth-Fighter nach England verlegt worden, um von dort Einsätze gegen den Ostblock zu fliegen, sagte Donaldson dem Portal: Er habe sich eine Mission gegen zugewiesene Ziele in Rostock einprägen müssen.

    Tarnkappenbomber F-117 von 37th Tactical Fighter Wing der US-Luftstreitkräfte (Archivbild)
    © Foto : U.S. Air Force
    Tarnkappenbomber F-117 von 37th Tactical Fighter Wing der US-Luftstreitkräfte (Archivbild)

    Bei den Missionsvorbereitungen ging es um den Einsatz von Lenkbomben GBU-27. Jedoch hätte eine Entsendung zur Bekämpfung von Zielen in Osteuropa jederzeit nuklear ausgeführt werden können, so Donaldson laut „The Drive“.

    Im ursprünglichen Konzept der F-117 waren nur taktische Waffen mit konventionellen Gefechtsköpfen vorgesehen, schreibt das Portal – die gleichen Waffen, mit denen auch andere Kampfjets der US Air Force bestückt wurden. Die Cockpit-Elektronik der F-117 gab es aber her, die Maschine mit taktischen Atombomben von der Art einer B57 oder B61 zu bewaffnen. Der Pilot hätte die Bomben vor dem Abwurf auf den Einsatz programmieren können.

    Die häufigen Übungseinsätze der F-117-Einheiten bestanden daraus, in den gegnerischen Luftraum so tief wie möglich einzudringen und auf Bodenziele hochpräzise einzuwirken – die perfekte Vorbereitung auf einen taktischen Atomschlag, schreibt „The Drive“.

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    Tags:
    Kalter Krieg, DDR, Atomschlag, F-117 Nighthawk