23:41 06 Juli 2020
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    Die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen tschetschenischen Zuwanderern und Arabern im französischen Dijon haben eine öffentliche Debatte über den illegalen Waffenhandel ausgelöst. Der Generalsekretär der Gewerkschaft Alliance Police nationale, Fabien Vanhemelryck, spricht darüber in einem Interview für Sputnik.

    Vanhemelryck zufolge ist diese Situation nicht neu für die Ordnungskräfte. „Einige Kollegen aus Dijon behaupteten, dass man dort bereits vor 15 Jahren Kalaschnikow-Maschinenpistolen ganz locker kaufen konnte.“ Untersuchungen im Jahr 2018 haben ergeben, dass illegale Waffen in „problematischen“ Gebieten Frankreichs größtenteils vom Balkan (sprich aus dem früheren Jugoslawien) stammen. Dabei werde die Lage in Frankreich nicht gerade besser, warnte der Polizist.

    „Das Gefühl der Straflosigkeit wird mit jedem Tag größer. Ist es etwa normal, dass es in Dijon aktuell 15 Polizisten gibt, die 100 Tschetschenen widerstehen müssen?“

    „Diese Bilder sind schockierend, aber ich, wie auch viele andere Polizeibeamte, wundern uns nicht über diese Situation. Einige Kollegen aus Dijon behaupteten, dass man dort bereits vor 15 Jahren Kalaschnikow-Maschinenpistolen ganz locker kaufen konnte.“

    ​Nach seinen Worten kann man auf dem Balkan eine Kalaschnikow-Maschinenpistole für 300 Dollar kaufen und in Frankreich zehn Mal teurer verkaufen.

    „Leider wird es immer leichter, Waffen zu kaufen. Da gibt es ein ganzes Netzwerk, das Waffen liefert, egal ob nach Frankreich oder in andere Länder. Diese Waffen werden in problematischen Bezirken aller französischen Städte frei gehandelt. Es besteht ein paralleles Netzwerk, das irgendwie unschädlich gemacht werden muss, aber wenn das getan wird, muss auch die Justiz ihren Job machen.“

    „Die Situation wird schlimmer. Wir sehen schon seit 20 Jahren, dass der Staat untauglich ist, wenn es um die Gewährleistung der Sicherheit geht. Und es wird nichts getan, um das Problem in den Griff zu bekommen. Das Gefühl der Straflosigkeit wird von Tag zu Tag größer, und es klappt nicht, wenn wir weiterhin so handeln werden.“

    „Es müssen richtige Strafen her. Man muss ernsthaft kämpfen, und Haftstrafen müssen hart sein, und zwar für alle Arten von Straftaten und nicht nur für die, von denen wir gerade sprechen. Richter sollten begreifen, dass Straftäter nicht festgenommen werden, um ihnen dann Blumen zu schenken. Wenn sie ertappt werden, müssen sie richtig bestraft werden. Und dann werden wir nicht dieselben Personen 20 Mal hintereinander fassen müssen.“

    „Ist es etwa normal, dass es in Dijon aktuell 15 Polizisten gibt, die 100 Tschetschenen widerstehen müssen? Ist es normal, wenn man Verstärkung aus Besançon oder Mâcon ruft, die 100 Kilometer weit entfernt liegen? Und was passiert in dieser Zeit in diesen zwei Städten?“, so der Generalsekretär der Polizeigewerkschaft.

    „Heute sind Polizisten protestieren gegangen, und es ist höchste Zeit für den Präsidenten der Republik, diese Situation unter seine Kontrolle zu nehmen. Aber die Situation an die große Glocke zu hängen, ist noch nicht alles. Man muss den Ursachen von all dem auf den Grund gehen.“

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    Tags:
    Mafia, Kriminalität, Waffenhandel, Frankreich