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    Die legendäre Parade am 24. Juni 1945 war sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer Bedeutung ein epochales Ereignis. Daran nahmen Vertreter aller Fronten und Truppengattunen teil. Der emotionalste Moment war, als eine Kolonne von Soldaten aufmarschierte, die die Banner der besiegten deutschen Truppen auf Pflastersteine ​​des Roten Platzes warfen.

    Moskau, Roter Platz, 24. Juni 1945. Tag des größten militärischen Triumphs in der Geschichte Russlands. 24 Marschälle, 249 Generäle und mehr als 30.000 Soldaten und Offiziere nahmen an der historischen Siegesparade teil. Mehr als 100 Kameraleute und Fotojournalisten haben die Gesichter der Sieger, die vor 75 Jahren ihr eigenes Land verteidigt und die Völker Europas vom Nazifaschismus befreit haben, für die Geschichte verewigt.

    Laut dem Marschall der Sowjetunion, Georgi Schukow, musste er sich nach seinem Gespräch mit dem Staatsoberhaupt Joseph Stalin an frühere Kavalleriefähigkeiten erinnern. „Ich bin schon alt, um Paraden abzunehmen. Sie sind jünger“, sagte der Oberbefehlshaber. Stalin befahl Marschall Rokossowski, die Parade zu befehligen.

    Era Schukowa, die Tochter des Marschalls der Sowjetunion Schukow, erinnerte sich:

    "Der Vater war ein sehr guter Kavallerist, er musste sich nicht besonders vorbereiten, aber ich weiß, dass er in einem der Ställe trainiert hat. Am Vorabend der Parade hatten wir eine lebhafte und gleichzeitig eine schwüle Stimmung. Die Paradeuniform  hing im Voraus zum Anziehen bereitet. Morgen war die Siegesparade, zu der wir als Familie gingen. Um zehn Uhr ritt Papa auf einem Pferd. Das war absolut unvergesslich, denn es gab sowohl Aufregung als auch Stolz. Alles war reibungslos, ohne Probleme, alles hat gut geklappt.“

    Damit die Siegesparade reibungslos verläuft, wurde ein Zeitplan für die Einheiten der Moskauer Garnison erstellt. Heute trainiert das Militär auf einem speziellen Trainingsgelände in Alabino bei Moskau, wo der Rote Platz schematisch nachgebildet wird. Aber vor 75 Jahren übten die Teilnehmer der Parade direkt auf den Straßen der Hauptstadt.

    An diesem Tag marschierten die zusammengesetzten Regimenter von zehn Fronten und das Regiment der Marine auf dem Roten Platz. Jedes Regiment bestand aus sieben Bataillonen, in deren Reihen Hunderte von Helden der Sowjetunion und volle Kavaliere des Ruhmesordens in einem feierlichen Marsch marschierten. Über den Roten Platz trugen sie 360 Banner der angesehensten Einheiten und Formationen der Roten Armee, die sich im Kampf hervorgetan hatten. Legendäre sowjetische Feldherren führten die Regimenter an. In den Werkstätten des Bolschoi-Theaters wurden zeremonielle Standarten mit den Namen der Fronten hergestellt. Für die Teilnehmer an der Parade wurden in der Moskauer Fabrik "Bolschewitschka" und in mehreren Fabriken bei Moskau in weniger als einem Monat 15.000 Uniformen genäht.

    Um an der Siegesparade teilnehmen zu können, musste man eine schwierige Auswahl treffen: Nicht nur die Heldentaten und Erfolge wurden berücksichtigt, sondern auch das Aussehen, das einem mindestens 170 cm großen Krieger entsprechen musste. Kein Wunder, dass alle Teilnehmer der Parade gutaussehend waren, besonders die Piloten. Als sie nach Moskau kamen, wussten die Glücklichen noch nicht, dass sie zehn Stunden am Tag exerzieren mussten, um dreieinhalb Minuten eines tadellosen Marsches über den Roten Platz zu vollbringen.

    • Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau am 24. Juni 1945
      Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau am 24. Juni 1945
      © Sputnik / Mikhail Ozerskiy
    • Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau am 24. Juni 1945
      Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau am 24. Juni 1945
    • Oberfeldwebel Fjodor Legkoschkur (zweite links) bei der Siegesparade auf dem Roten Platz am 24. Juni 1945
      Oberfeldwebel Fjodor Legkoschkur (zweite links) bei der Siegesparade auf dem Roten Platz am 24. Juni 1945
      © CC BY 4.0 / Verteidigungsministerium Russlands
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    © Sputnik / Mikhail Ozerskiy
    Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau am 24. Juni 1945

    An der Parade nahmen auch Hunde als Teil der Militärhundeschule teil, ein Hund wurde auf den Armen getragen. Während des Zweiten Weltkriegs halfen ausgebildete Hunde aktiv dabei, Gebäude und Gelände zu entminen. Einer von ihnen mit dem Spitznamen Dschulbars fand während der Minenräumung in europäischen Ländern im letzten Kriegsjahr 7468 Minen und mehr als 150 Granaten. Kurz vor der Siegesparade in Moskau wurde Dschulbars verletzt und konnte deshalb selbst nicht gehen, so wurde er getragen.

    Nach dem Vorbeimarsch der Regimenter wurden 200 faschistische Banner und Standarten auf den Platz getragen und vor dem Mausoleum auf die Pflastersteine des Roten Platzes geworfen. Nach den Erinnerungen von Generaloberst Sergej Schtemenko gehörte die Idee, deutsche Banner auf den Roten Platz zu werfen, Stalin persönlich. Er erklärte dem Militär: "Es ist notwendig, sie den Siegern zu Füßen zu werfen."

    Oberfeldwebel Fjodor Legkoschkur weigerte sich zunächst, die Standarte der 1. SS-Panzerdivision „Adolf Hitler“ in die Hand zu nehmen. Aber als die Offiziere die Bedeutung des bevorstehenden Zeremoniells erklärten, begannen er und andere Frontsoldaten mit dem Training. Während der Probe warf die Kompanie lange Holzstangen anstelle von Bannern auf den Boden, und das mit einer solchen Wucht, dass sie zerschellten.

    Zu den Symbolen des besiegten Feindes gehörten die Flaggen der besiegten Einheiten der Wehrmacht, der NSDAP, der Hitlerjugend, der SS-Einheiten sowie die Transparente Kaiserdeutschlands und der preußischen Königsarmee. Die Soldaten warfen sie auf eine spezielle Plattform. Die Erste war Hitlers persönliche Standarte, zuletzt folgte das Banner der Wlassow-Armee.

    Im abschließenden Teil der Parade fuhren 1850 Stück der Militärtechnik über den Roten Platz. Danach sollten 570 Flugzeuge in 600 Metern Höhe über das Zentrum Moskaus fliegen. Die Piloten warteten bis zum letzten Augenblick auf die Starterlaubnis, aber wegen des starken Regens wurde der Luftteil der Parade abgesagt. Die Parade dauerte zwei Stunden und zwei Minuten. Am Abend erhellte ein festliches Salutschießen den Himmel: Flugabwehrkanoniere feuerten 20.000 Feuerwerkskörper ab.

    Nur wenige wissen, dass es 1945 vier Paraden gab. Die wichtigste war die Siegesparade am 24. Juni 1945 auf dem Roten Platz in Moskau. Die Parade der sowjetischen Truppen in Berlin fand am 4. Mai 1945 am Brandenburger Tor statt, angeführt vom Berliner Militärbefehlshaber General Bersarin. Die Siegesparade der Alliierten Streitkräfte in Berlin wurde auf Vorschlag von Marschall Schukow am 7. September 1945 veranstaltet. Stellvertretend für jede Alliiertennation nahm ein kombiniertes Regiment von tausend Mann und Panzertechnik daran teil. Die Siegesparade der sowjetischen Truppen im chinesischen Harbin am 16. September 1945 ähnelte der ersten Parade in Berlin: Die Soldaten marschierten in Felduniformen.

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    Tags:
    Drittes Reich, Sowjetunion, UdSSR, Siegesparade, Roter Platz, Moskau, Zweiter Weltkrieg