19:20 28 Oktober 2020
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    Der Konsumgüterkonzern Unilever möchte seiner Gesichtscreme „Fair & Lovely“ angesichts der weltweiten Rassismusdebatte einen anderen Namen geben.

    Die Hautpflegeprodukte sollten künftig ein vielfältigeres Schönheitsideal mit sämtlichen Hautfarben ansprechen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Begriffe wie „weiß“, „weiß machend“ und „hell“ hingegen suggerierten ein einheitliches Schönheitsideal, das das Unternehmen nicht für richtig halte. Deswegen sollten diese Worte in Werbung, Kommunikation und der Benennung von Unilever-Cremes nicht mehr verwendet werden. Der Name der vor allem in Asien vertriebenen „Fair & Lovely“-Creme solle in wenigen Monaten verändert werden.

    Bereits 2019 habe Unilever auf den „Fair & Lovely“-Verpackungen in Indien auf Vorher-Nachher-Abbildungen und Hautfarben-Abstufungen verzichtet. Stattdessen werde die Creme mit der Auswirkung auf die Reinheit der Haut und den Glanz des Gesichts beworben. Die Creme sei von ihrer Zusammensetzung her nie eine Bleichcreme gewesen, erklärte das Unternehmen.

    „Abwertender Begriff“ Eskimo

    Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass das US-amerikanische Unternehmen Dreyer’s den Namen seines Eises „Eskimo Pie“ ändern wolle. Der Eishersteller meint, der Begriff könnte für einige indigene Völker im Norden Kanadas, Alaskas, Grönlands und Sibiriens „abwertend“ sein.

    Mohrenkopf-Debatte

    Zuvor war durch den Tweet eines Migros-Kunden die Mohrenkopf-Debatte ausgelöst worden. Der hatte einen Händler aufgefordert, das „rassistisch konnotierte Produkt“ aus dem Sortiment zu nehmen. Dieser Tweet erhielt große Zustimmung. Daraufhin kündigte Migros an, das Schokogebäck aus dem Sortiment streichen zu wollen.

    Und das Lübecker Café Niederegger hatte bereits 2017 seine „Mohrenkopftorte“ umbenannt, da diese vermehrt für Anfragen zur Namensgebung sorgte, berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Obwohl die „Mohrenkopftorte“ schon seit über einem Jahrhundert ihren Namen trug, wurde sie damals wegen Rassismusvorwürfen in „Othellotorte“ umbenannt.

    sm/gs/dpa

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    Tags:
    Unilever, Rassismus