17:37 19 September 2020
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    Anfang Juni 2020 ist in Nordeuropa ein geringer Anstieg der Konzentrationen künstlicher radioaktiver Stoffe in der Luft festgestellt worden. Es wird angenommen, dass der Ausstoß im Westen Russlands erfolgt sein könnte. Dies mutmaßen schwedische, norwegische und finnische Strahlenschutzbehörden.

    Das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit und Umweltschutz (RIVM) analysierte die vorhandenen Messdaten und bewertete die Situation.

    Jod-131 wurde Anfang Juni in Norwegen festgestellt, Cäsium-134, Cäsium-137, Cobalt-60 und Ruthenium-103 dagegen in Schweden und Finnland. Alle genannten Radionuklide sollen aus einem Reaktor stammen. Die gefundenen Mengen sind gering, und in den Niederlanden wurden keine künstlichen Radionuklide in der Luft identifiziert. 

    Nach RIVM-Einschätzungen könnte der Radionuklidvektor auf eine Beschädigung einer Primärschleife eines Reaktors oder einer Brennstoffzelle im Atomkraftwerk hindeuten.

    Darüber hinaus sei eine solche Kontamination bei der Beschädigung eines Reaktors oder einer Brennstoffzelle eines Atomeisbrechers sowie bei der Beschädigung eines Atom-U-Boots möglich. 

    Den RIVM-Berechnungen zufolge stammen diese Radionuklide aus dem Westen Russland. Der konkrete Standort der Quelle könne wegen der  begrenzten Anzahl von Messungen nicht identifiziert werden. Unter Verdacht stehen vor allem das russische Kernkraftwerk Kola sowie Stützpunkte der Atomeisbrecher und der Atom-U-Boote der Nordflotte an der Küste der Barentssee.

    Der russische Wetterdienst Rosgidromet zeigt allerdings im Juni keine Überhöhungen der normalen Werte in der Nähe von Kernkraftwerken in Westrussland. Erhöhte Konzentrationen von Radionukliden in der Luft werden ebenso nicht festgestellt.

    ao/mt 

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    Tags:
    Niederlande, radioaktive Verschmutzung, Russland, Reaktor, Radionuklide, Nordeuropa