16:01 07 Juli 2020
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    Die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik bei Amazon für einen Tarifvertrag und besseren Gesundheitsschutz aufgerufen.

    „Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten an sechs Standorten des Versandhandelskonzerns Amazon für Montag und Dienstag zum Streik aufgerufen“, heißt es auf der Webseite der Organisation.

    Nach Angaben der Gewerkschaft sollen Mitarbeiter von Amazon mit Beginn der Nachtschicht von Sonntag auf Montag an mehreren Standorten die Arbeit niedergelegt haben. Demnach starteten die Streiks in Bad Hersfeld und Koblenz, in Rheinberg und Werne sowie in Leipzig.

    Zugleich erklärte der Online-Händler:

    „Was wir derzeit sehen, ist, dass die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz normal arbeiten. Auswirkungen auf unsere Abläufe sehen wir aktuell keine, so dass Kundenbestellungen ganz normal bearbeitet werden.“

    Die Gewerkschaft gab zunächst noch keine Angaben zur Beteiligung insgesamt, im Logistikzentrum in Rheinberg legten Verdi zufolge circa 400 bis 450 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. In Leipzig erwartet die Gewerkschaft am Montag etwa 400 bis 500 Streikende. An anderen Standorten sei noch nicht abzusehen, wie viele Mitarbeiter von Amazon teilnehmen, hieß es am Morgen.  

    Was fordert Verdi?

    Die Gewerkschaft fordert den Abschluss eines Tarifvertrags, um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten abzusichern. Darüber hinaus verlangt Verdi in dem seit über sieben Jahren andauernden Tarifkonflikt mit dem Online-Händler die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels.

    „Wir verschärfen die Gangart, denn Amazon zeigt bislang keine Einsicht und gefährdet die Gesundheit der Beschäftigten zu Gunsten des Konzernprofits“, so Orhan Akman, bei der Gewerkschaft verantwortlich für den Einzel- und Versandhandel. Er verwies unter anderem auf die jüngsten Coronavirus-Ausbrüche an Amazon-Standorten wie Bad Hersfeld.

    „Nach unseren Informationen haben sich dort mindestens 30 bis 40 Kolleginnen und Kollegen infiziert“, sagte er. Ferner betonte Akman:

    „Wie schon im Fall der Ausbreitung von Covid-19 in Winsen (Luhe) mauert die Unternehmensführung auch diesmal und verweigert Aufklärung. Das gefährdet die Sicherheit und Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen, ihrer Familien und die der Anwohnerinnen und Anwohner.“

    Amazon kontert

    Laut Amazon erhielten die Mitarbeiter bereits „Löhne am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten gezahlt wird“, und hätten ein „sicheres Arbeitsumfeld“. Ein Sprecher teilte mit:

    „Allein in Deutschland haben wir seit Februar 470 Millionen Einheiten Desinfektionsmittel für die Hände, 21 Millionen Paar Handschuhe, 19 Millionen Masken, Gesichtsschilder oder anderen Mund-Nase-Schutz und 39 Millionen Packungen desinfizierende Wischtücher bestellt.“

    Laut dem Unternehmen gibt es unter anderem eine Maskenpflicht an allen Standorten, zudem habe man Temperaturkontrollen und gestaffelte Schicht- und Pausenzeiten eingeführt sowie die Reinigung verstärkt.

    In Deutschland hat Amazon 13 Logistikstandorte mit etwa 13.000 Festangestellten.

    ak/sb/dpa

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    Lohn, Tarif, Coronavirus, Mitarbeiter, Amazon, Gewerkschaften, Streik, Deutschland