21:07 07 August 2020
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    Der US-Biotechkonzern Gilead hat die Behandlungskosten für sein vielversprechendes Medikament gegen Coronavirus „Remdesivir“ berechnet.

    Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, werde die fünftägige Behandlung mit dem neuen Mittel, das Gilead ursprünglich zum Einsatz gegen Ebolainfektionen entwickelt hatte, in den USA und anderen Industrieländern 2.340 Dollar pro Patient kosten. Für Privatpatienten sollen es 3120 Dollar sein.

    Seit die US-Gesundheitsbehörde FDA im Mai den Einsatz von Remdesivir in Notfällen bei Corona-Patienten genehmigt hatte, gab es immer wieder heiße Diskussionen über den Preis des Mittels. Gesundheitsexperten hatten gefordert, dass Gilead die Pandemie nicht für Profit-Zwecke ausnutzen dürfe. Allerdings liegt der nun festgelegte Preis unter den 5.080 Dollar, die die US-Forschungsgruppe für Arzneimittelpreise (ICER) empfohlen hatte.

    Grünes Licht für Remdesivir in Einzelfällen in der EU

    Mitte Mai hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA ihre Empfehlungen für den begrenzten Einsatz von Remdesivir zur Behandlung schwerer Coronavirus-Infektionen ausgeweitet. Laut EMA könne das Arzneimittel zusätzlich bei bestimmten stationären Patienten angewandt werden, die nicht auf Beatmungsgeräte angewiesen seien.

    Den ersten Ergebnissen zufolge führte das Medikament allerdings nur zu einer geringfügig niedrigeren Sterblichkeitsrate. Noch dazu hatte eine Studie der chinesischen Wissenschaftler vom April gezeigt, dass das Medikament GS-5734 oder Remdesivir für das Fortpflanzungssystem äußerst gefährlich sein könnte. Ein Experiment mit Mäusen ließe feststellen, dass das Medikament nach einer Woche Gebrauch die Anzahl der Keimzellen und ihre Mobilität negativ beeinflusst, und die Folgen waren umso schlimmer, je höher die tägliche Dosis war.

    ac/mt/sna

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    Tags:
    USA, EU, Kosten, Behandlung, Coronavirus, Arzneimittel, Gilead Sciences Inc