03:12 06 Dezember 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    9254
    Abonnieren

    Sigmar Gabriel war Berater bei Tönnies; UN-Sicherheitsrat nimmt Corona-Resolution an; Zeltstadt in Paris für Migranten; Ministerium verlängert Quarantäne um zwei Wochen; Boeing schließt Zertifizierungsflüge ab; Baumfällungen in der EU haben stark zugenommen

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Donnerstag geschehen ist.

    Sigmar Gabriel war Berater bei Tönnies

    Sigmar Gabriel wurde von Deutschlands größtem Fleischproduzenten Tönnies als Berater bezahlt. Dies beweisen Dokumente, die dem ARD-Magazin Panorama vorliegen. Demnach ist der ehemalige Bundeswirtschaftsminister seit März 2020 bis mindestens Ende Mai 2020 für den Konzern tätig gewesen. Gabriel erhielt bislang wohl ein Pauschalhonorar von etwa 10.000 Euro im Monat sowie ein zusätzliches vierstelliges Honorar für jeden Reisetag. Die Tätigkeit sollte auf zwei Jahre angelegt sein. Auf Anfrage von Panorama teilte Sigmar Gabriel mit, dass seine privatwirtschaftlichen Tätigkeiten keiner Veröffentlichungspflicht unterlägen. Er hätte bei Auskünften an Medien immer auch die Interessen Dritter zu wahren. Trotzdem bestätigte er, dass er ab dem 1. März 2020 für Tönnies tätig gewesen sei. Er habe das Unternehmen im Zusammenhang mit der afrikanischen Schweinepest beraten. Wegen dieser hätte es zu Exportproblemen kommen können. Seine Arbeit sei aber mittlerweile beendet.

    UN-Sicherheitsrat nimmt Corona-Resolution an

    Nach mehr als drei Monaten hat der UN-Sicherheitsrat doch noch eine heftig umstrittene Corona-Resolution angenommen. Alle 15 Mitglieder des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen stimmten einem französisch-tunesischen Entwurf zu und sendeten damit ein diplomatisches Lebenszeichen in einer Zeit der Blockade.

    Der Text unterstützt vor allem die Aufforderung von UN-Generalsekretär António Guterres zu einer globalen Waffenruhe während der Pandemie. „Wir beginnen unsere Ratspräsidentschaft diesen Monat mit einem Zeichen der Hoffnung“, erklärte der deutsche UN-Botschafter, Christoph Heusgen, der seit Mittwoch für einen Monat den Vorsitz im Rat hat.

    Zeltstadt in Paris für Migranten

    Mit einem Zeltcamp im Herzen von Paris wollen Hilfsorganisationen auf die prekäre Lage minderjähriger Migranten aufmerksam machen. Diese Menschen müssten sichtbar gemacht werden, sagt Agathe Nadimi von der Hilfsorganisation Midies du Mie. Vor einigen Tagen hat die Hilfsorganisation in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen mitten in der französischen Hauptstadt eine kleine Zeltstadt errichtet. Dort leben nun mehr als 70 junge Männer in kleinen Zelten. Die Organisationen werfen dem Staat vor, gegen die UN-Kinderrechtskonvention zu verstoßen. Die Lage minderjähriger Migranten in Frankreich ist eine besondere. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen fordert, dass die jungen Menschen in Frankreich sofort bei Ankunft in Frankreich geschützt werden. In Frankreich kann die Prozedur, als minderjährig anerkannt zu werden, Monate dauern.

    Ministerium verlängert Quarantäne um zwei Wochen

    Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat die Quarantäne für Menschen, die beim Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben oder in einer der Gemeinschaftsunterkünfte leben, um zwei Wochen verlängert. In der entsprechenden Allgemeinverfügung wird häusliche Quarantäne bis zum 17. Juli angeordnet. Ausgenommen sind unter anderem Menschen, die schon erkrankt waren und als geheilt gelten. In dem Tönnies-Werk im Kreis Gütersloh hatte es einen massiven Corona-Ausbruch gegeben.

    Boeing schließt Zertifizierungsflüge ab

    Boeing hat eine wichtige Hürde für eine mögliche Wiederzulassung des Typs 737 Max genommen. Wie die US-Luftfahrtaufsicht FAA mitteilte, wurde eine mehrtägige Serie von sogenannten „Zertifizierungsflügen“ abgeschlossen. Nun müssten zunächst die Flugdaten ausgewertet werden. Das Startverbot werde nur aufgehoben, wenn die Sicherheitsexperten überzeugt seien, dass die Maschinen alle erforderlichen Standards erfüllten. Boeings meistverkaufter Flugzeugtyp war im März des vergangenen Jahres nach zwei Abstürzen aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungs-Software. Einer der Abstürze ereignete sich im Frühjahr 2019 in Äthiopien. Im Zuge der Überprüfungen waren zudem weitere Mängel entdeckt worden.

    Baumfällungen in der EU haben stark zugenommen

    Der Holzeinschlag in den Ländern der EU hat sich einer Studie zufolge drastisch erhöht: Von 2016 bis 2018 lag die Holzentnahme um 49 Prozent höher als im Zeitraum 2011 bis 2015. Dies haben Wissenschaftler der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission im italienischen Ispra bei der Auswertung von Satellitenaufnahmen entdeckt. Das Team um Guido Ceccherini macht vor allem die gestiegene Nachfrage nach Holz als nachhaltigen Roh- und Brennstoff für den Anstieg der Rodungen verantwortlich.

    mk/dpa/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Wertegemeinschaft, Anarchie, Krieg? Experten legen Szenarien für EU-Russland vor: Offenbar ist...
    Nord Stream 2: Rohrleger verlässt deutschen Hafen – und macht Kehrtwende
    US-Botschafterin in Berlin fordert Baueinstellung von Nord Stream 2
    „Zum Kotzen …“ – deutsch-iranischer Konfliktforscher über die „Doppelmoral“ der Bundesregierung
    Tags:
    Resolution, Coronavirus, UN-Sicherheitsrat, Tönnies, Deutschland, Sigmar Gabriel