03:13 06 Dezember 2020
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    Bei der Renovierung eines Privathauses in Lettland sind mehrere sehr gut erhaltene Unterlagen des früheren sowjetischen Geheimdienstes KGB gefunden worden. Die drei Dokumentenordner waren in einer Wand versteckt. Auf Vorgabe des damaligen KGB-Chefs hätten Akten beim Kollaps der Sowjetunion eigentlich zerstört werden müssen.

    Die Akten wurden dem Lettischen Nationalarchiv in Riga übergeben. Alle Schriftstücke seien in russischer Sprache verfasst - einige davon handgeschrieben, andere mit der Maschine getippt, so ein Rundfunkbericht.  Nach Angaben von Historikern bestehe kein Zweifel an der Echtheit der bislang unbekannten Unterlagen - ihre Fallnummern stimmten mit anderen KGB-Dokumenten im Archiv des baltischen EU-Landes überein.

    Ideologische Spionageabwehr 

    Der historisch wertvolle Fund stammt den Angaben zufolge aus einem Haus, in dem zu Sowjetzeiten ein KGB-Mitarbeiter lebte. „Warum er die Dokumente versteckt hat, können wir im Moment nur vermuten. Wir klären immer noch seine Daten und seinen Namen“, so Archivforscher Gints Zelmenis. Die Unterlagen umfassen verschiedene Zeitperioden und stammen aus der KGB-Abteilung für ideologische Spionageabwehr. Nach Angaben von Zelmenis hätten sie auf Vorgabe des damaligen KGB-Chefs beim Kollaps der Sowjetunion eigentlich zerstört werden müssen.

    Lettland wurde im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Hitler-Deutschland besetzt. Nach Kriegsende blieb der Baltenstaat bis zu seiner Unabhängigkeit 1991 Teil der Sowjetunion - und so auch die lettische Gesellschaft, wie die aller Republiken des sozialistischen Reiches, unter Kontrolle des KGB. Nach Abzug des Geheimdienstes verblieben in Lettland nur mehrere dicke Säcke mit Akten und Dokumenten sowie Listen mit Namen von KGB-Agenten. Brisantes Material wurde zuvor vernichtet oder nach Moskau geschafft. Bis heute sollen viele KGB-Spitzel nicht enttarnt sein. 

    Bauarbeiten an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 (Archiv)
    © AP Photo / Bernd Wuestneck/dpa via AP

    Was mit den verbliebenen KGB-Akten geschehen soll, war in Lettland wegen ihrer Unvollständigkeit lange umstritten. Erst Ende 2018 veröffentlichte das Lettische Nationalarchiv erstmals einige Dokumente, die zuvor gut 25 Jahre unter Verschluss gehalten wurden.

    ba/dpa

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    Tags:
    Geheimdienst, Sowjetunion, Lettland, KGB