13:25 06 August 2020
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    Flüchtlinge aus verschiedenen Provinzen Syriens, die derzeit in Lagern im Norden der Provinz Aleppo untergebracht sind, fordern die Öffnung eines humanitären Korridors in der Nähe der Stadt Tadef, um in die von der Regierung in Damaskus kontrollierten Gebiete gelangen zu können. Dies berichtet ein Sputnik-Reporter vor Ort.

    Die besagten Lager, in denen Binnenvertriebene leben, befinden sich in einem der Gebiete, die von den pro-türkischen Kämpfern kontrolliert werden.

    „Wie ist die Lage? Sie (die Kämpfer – Anm. d. Red.) haben unsere Trinkwasserquelle abgeschnitten, es gibt keinen Zugang zu humanitärer Hilfe, es mangelt an Brot, eigentlich gibt es kaum welches“, sagte Masen, Bewohner eines Lagers unweit von al-Bab, gegenüber Sputnik.

    Der Korrespondent führte Gespräche mit Flüchtlingslagerbewohnern in der Nähe der Städte Dscharabulus und al-Bab an der Grenze zur Türkei.

    „Die Lösung könnte darin bestehen, einen humanitären Korridor an der Seite von (der Stadt) Tadef zu öffnen. Die Menschen sind tatsächlich darauf eingestellt, zu töten, um zu überleben“, fuhr Masen fort.

    Laut dem Syrer Ahmad, der im Flüchtlingslager Dschabal in Dscharabulus lebt, werden Brot und Wasser, die aus der Türkei in die Flüchtlingscamps kommen, zu Preisen verkauft, die für viele Familien zu hoch sind. Dies mache die kriminogene Lage in den Flüchtlingslagern extrem schwierig.

    „Ich will nicht, dass meine Kinder hier sterben. Sie sind junge Männer, lasst sie lieber an der Front im Kampf in der syrisch-arabischen Armee fallen. Wir rufen das Syrische Menschenrechtsnetzwerk, unsere russischen Brüder, Herrn Präsident Bashar al-Assad, den Iran und Gott auf, uns zu helfen, uns vor der terroristischen Blockade zu retten“, äußerte Ahmad.

    Nach der Verhängung neuer US-Sanktionen gegen Syrien und vor dem Hintergrund einer starken Abwertung der syrischen Landeswährung habe sich die humanitäre Lage in den Flüchtlingslagern im Norden der Provinz Aleppo weiter verschlechtert, gab das syrische Menschenrechtsnetzwerk bekannt, Hunderte von Menschen hätten in Dscharabulus protestiert, wobei es zu Pogromen gekommen sei.

    Eine derartige Situation sei in mehr als 15 organisierten Lagern zu verzeichnen, ganz zu schweigen von den improvisierten Lagern, die ebenfalls entlang der türkischen Grenze von Dscharabulus bis Azaz liegen würden.

    Zuvor hatte der Chef des Syrischen Menschenrechtsnetzwerkes, Ahmad Kasem, Sputnik über die katastrophale humanitäre Lage in den Flüchtlingslagern im Norden und Nordosten der Provinz Aleppo informiert. Die internationale Gemeinschaft müsse eingreifen, um den syrischen Behörden bei der Rettung der Bürger aus der Hungersnot zu helfen und sicherzustellen, dass die Flüchtlinge Zugang zu einer minimalen medizinischen Versorgung haben, hieß es.

    Der syrische Außenminister, Walid al-Muallim, hatte bereits geäußert, die USA und ihre Verbündeten versuchten, der syrischen Bevölkerung „das letzte Stück Brot“ zu entziehen, indem sie Sanktionen als letzte Waffe einsetzten, um ihre Ziele in Syrien zu erreichen. Allerdings habe Damaskus bereits gelernt, den Sanktionen von Washington entgegenzuwirken, und ergreife Maßnahmen, um die Folgen der Sanktionen zu bekämpfen.

    Der russische Vizeaußenminister, Sergei Werschinin, hatte betont, die gegen Syrien verhängten US-Sanktionen würden die syrische Wirtschaft lähmen und die einfachen Bürger treffen. Die negativen Auswirkungen der einseitigen Sanktionen könnten weder durch die Beiträge der Geber noch die humanitären Ausnahmeregelungen ausgeglichen werden, denn in der Praxis würden diese nicht funktionieren, hob er hervor.

    asch/ae

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    Tags:
    humanitärer Korridor, humanitäre Hilfe, Wassermangel, Hunger, Flüchtlingscamp, Flüchtlingslager, Syrien