01:00 05 August 2020
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    Neue Normalität in der Corona-Pandemie: Lockerungen weltweit (80)
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    Nach der Rede des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic und friedlichen Studentenprotesten in der Nacht auf Freitag hat die Stadtverwaltung von Belgrad angesichts des Anstiegs der Coronafall-Zahlen den Notstand in der serbischen Hauptstadt verhängt.

    Am Donnerstagabend hatte der serbische Präsident, Aleksandar Vucic, bekannt gegeben, dass das Nichttragen von Schutzmasken in Innenräumen von nun an Geldstrafen nach sich ziehen würde. Außerdem sollten die Nachtclubs und Studentenwohnheime angesichts der steigenden Coronafall-Zahlen geschlossen werden. Der zentralste Infektionsherd im Lande sei Belgrad, wo 82,5 Prozent der Infizierten herkommen würden, erklärte Vucic.

    Studenten demonstrieren – und dürfen in Wohnheimen bleiben

    Daraufhin veranstalteten Studenten, deren Wohnheime sich in Belgrad befinden, in der Nacht auf Freitag einen Protestmarsch in der serbischen Hauptstadt, der vor dem Parlamentsgebäude endete. Die Protestierenden forderten, die Wohnheime nicht zu schießen, da derzeit noch Prüfungen im Gange seien.

    Später berichteten die lokalen Medien, dass das Staatsoberhaupt Kontakt mit den Studentenanführern aufgenommen hatte. Die Gesprächsparteien einigten sich darauf, dass die Studenten in ihren Heimen bleiben dürften. Allerdings sollten die Einschränkungsregeln verschärft werden, hieß es.

    „Der Belgrader Bürgermeister, Zoran Radojicic, hat auf Vorschlag des Notstandsstabs beschlossen, den Notstand in Belgrad auszurufen, um Vorbeugungsmaßnahmen durchzuführen und die Sicherheit und das Leben der Bevölkerung zu schützen. Der Beschluss tritt heute in Kraft“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung, die am Freitag publik gemacht wurde.

    Demnach werden die Nachtclubs zwei Wochen lang von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr geschlossen bleiben. Dasselbe gilt für Cafés und Restaurants, die keine offenen Terrassen haben. In den Studentenheimen solle vermehrt kontrolliert werden, ob die Einschränkungsmaßnahmen befolgt werden. Zudem sollen diejenigen, die in Einkaufszentren und in den Öffentlichen Verkehrsmitteln keine Schutzmasken tragen, mit einer Geldstrafe von 5000 serbischen Dinar (etwa 43 Euro) belegt werden.

    Corona-Anstieg in Serbien

    Die Zahl der Covid-19-Infizierten in Serbien, wie auch in anderen Ländern des Westbalkans, steigt bereits seit einigen Wochen weiter. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das sowohl auf die Lockerung der Einschränkungsmaßnahmen durch die Behörden als auch auf die Nichteinhaltung der Vorschriften durch die Bevölkerung zurückzuführen.

    Am Freitag gab es in Serbien 359 Neuinfizierungen, sechs Patienten sind gestorben. Dies entspricht den Werten, die im Zeitraum von März bis Mai zu verzeichnen waren, als ein Notstand im Lande ausgerufen wurde. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie 15.195 Ansteckungen mit Corona im Land bestätigt. Die Gesamtzahl der Todesfälle beträgt 287.

    Die maximale Zahl der Corona-Toten pro Tag in den Ländern des Westbalkans hatte zur Zeit des Pandemiehöhepunktes im März und April etwa zehn betragen.

    Seit dem 30. Juni hatte der serbische nationale Krisenstab zur Bekämpfung des Coronavirus die Maskenpflicht für alle geschlossenen Räume in Belgrad eingeführt.

    Zuvor war der Notstand auch in den Städten Vranje, Tutin, Novi Pazar, Ivanjica sowie in der viertgrößten Stadt Serbiens, Kragujevac, verhängt worden. In Belgrad wurden zwei medizinische Diagnosestellen eröffnet, die rund um die Uhr in Betrieb waren. In zwei Krankenhäusern werden ausschließlich Covid-19-Patienten behandelt.

    Am vergangenen Samstag hatte das serbische Verteidigungsministerium bekanntgegeben, sein Leiter, Aleksandar Vulin, sei positiv auf das Coronavirus getestet worden und habe sich in die Selbstisolation begeben. Auch der Chef des Büros für Angelegenheiten von Kosovo und Metochien, Marko Đurić, befindet sich in häuslicher Quarantäne. Die Parlamentspräsidentin, Maja Gojkovic, die ebenfalls mit Covid-19 infiziert ist, hat eine Lungenentzündung und wird in einem Krankenhaus behandelt. Dem Staatspräsidenten, Aleksandar Vucic, geht es nach Angaben seiner Pressesprecherin gut.

    asch/ae

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    Tags:
    Aleksandar Vučić, Covid-19, Coronavirus, Serbien