13:47 06 August 2020
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    Ein Grabungsteam hat in einer mehrwöchigen aufwendigen Aktion nördlich von Hamburg Überreste einer rund elf Millionen Jahre alten Lederschildkröte gefunden.

    Wie Grabungsleiter Gerhard Höpfner bei der Vorstellung der Funde am Samstag mitteilte, tauchten neben mehreren Hundert Platten aus dem Rückenpanzer auch Knochen an der Fundstelle in Groß Pampau auf, die offenbar zu den Extremitäten des mindestens zwei Meter langen Reptils gehörten. 

    Die präparierten Funde sollen im Lübecker Museum für Natur und Umwelt ausgestellt werden.

    Neben den Überresten der Lederschildkröte und einer kleineren Meeresschildkröte habe das Team auch Korallen, Rochenstachel, den Schädel eines Delfins sowie fossile Knochen eines Sturmvogels geborgen. Alle Funde stammen laut Höpfner aus Tiefen zwischen acht und 20 Metern unter der Oberfläche und bildeten die ganze Biodiversität der Ur-Nordsee ab.

    Vor allem die fossilen Schildkrötenfunde sind nach Höpfners Angaben extrem selten, da die Kadaver der toten Reptilien meist von Raubfischen gefressen wurden und die Panzer schnell zerfallen sind.

    In der Grube in Groß Pampau im Kreis Herzogtum Lauenburg werden seit mehr als 30 Jahren immer wieder Millionen Jahre alte Skelette von Walen, Robben und anderen Meerestieren gefunden. Grund ist eine geologische Besonderheit: Hier liegt der ehemalige Meeresboden der Ur-Nordsee nur wenige Meter unter der Erdoberfläche.

    ns/gs/dpa           

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    Tags:
    Fund, Überreste, Schildkröte, Deutschland