17:20 18 September 2020
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    Serbiens Präsident Aleksandar Vucic und der kosovarische Ministerpräsident Avdullah Hoti werden sich am kommenden Sonntag in Brüssel treffen, um an einem Dialog zur Normalisierung der Beziehungen unter der Schirmherrschaft der EU teilzunehmen. Dies gab ein Sprecher auf einer Pressekonferenz am Montag in Brüssel bekannt.

    Dies werde das erste Treffen seit November 2018 in einem solchen Format sein, teilte Peter Stano, der Sprecher des EU-Chefdiplomaten Josep Borrell, mit.

    Ziel des Treffens, das von dem EU-Sonderbeauftragten für den Westbalkan, Miroslav Lajcak, unterstützt wird, sei es, ein bindendes Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu erreichen.

    Es werde zwei Tage nach einem virtuellen Gipfel zwischen Belgrad und Pristina stattfinden, der von Frankreich unter Beteiligung Deutschlands organisiert werde, sagte Stano weiter. Die EU werde dabei durch Borrell vertreten.

    Belgrad, Serbien (Archiv)
    © AP Photo / Darko Vojinovic

    Im April ernannte Brüssel den ehemaligen slowakischen Außenminister Miroslav Lajcak zum Sonderbeauftragten für den Dialog zwischen Belgrad und Pristina. Kürzlich äußerte die EU-Kommission die Hoffnung auf die Wiederaufnahme des Dialogs im Juli unter EU-Vermittlung.

    Politischer Hintergrund

    1999 hatte die bewaffnete Konfrontation der albanischen Separatisten aus der Befreiungsarmee Kosovo einerseits und der Armee und der Polizei Serbiens andererseits zu den Bombardements Jugoslawiens (damals bestand Jugoslawien aus Serbien und Montenegro) durch Nato-Kräfte geführt. Die Kosovo-albanischen Strukturen in Pristina hatten am 17. Februar 2008 einseitig die Unabhängigkeit von Serbien verkündet. Die selbsternannte Republik wird derzeit von Serbien, Russland, China, Israel, dem Iran, Spanien, Griechenland und einer Reihe anderer Staaten nicht anerkannt.

    Die serbische Führung war unter dem Druck aus Brüssel und zwecks Annäherung der Region mit der Europäischen Union sowie zwecks einer Lebenserleichterung für die serbischen Bürger in dieser Region 2011 gezwungen, Verhandlungen über die Normalisierung der Beziehungen mit den kosovarischen Albanern unter EU-Vermittlung zu beginnen. Nachdem Kosovo im November 2018 eine Zollgebühr in Höhe von 100 Prozent des Preises für die gesamte Produktion aus Serbien und Bosnien-Herzegowina eingeführt hatte, setzte Serbien den Dialog aus.

    pd/tm/sna

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    Tags:
    Vermittlung, EU, Kosovo, Serbien