13:33 06 August 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    3233
    Abonnieren

    Wenig Hoffnung auf Überlebende nach Flutkatastrophe in Japan; Migranten verlassen „Ocean Viking”; EU-Innenminister tagen zur Migrationsfrage; BDK kritisiert Absage der Racial-Profiling-Studie; USA wollen ausländische Studenten wegen Corona ausweisen

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kurzform, was in der Nacht zum Dienstag geschehen ist.

    Wenig Hoffnung auf Überlebende nach Flutkatastrophe in Japan

    Nach anhaltenden Regenfällen in den Überschwemmungsgebieten Japans sinkt die Hoffnung der Rettungskräfte auf weitere Überlebende. Wie japanische Medien berichteten, stieg die Zahl der Todesopfer auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu auf mindestens 50. Viele Menschen werden vermisst. Die meisten Todesopfer werden nach derzeitigem Kenntnisstand in der Präfektur Kumamoto gemeldet. Auch aus der Präfektur Fukuoka wurde eine Tote gemeldet. Mancherorts  sei das Wasser innerhalb von nur zehn Minuten um einen Meter gestiegen, berichten Augenzeugen. Unter den Todesopfern waren 14 Bewohner eines an einem Fluss gelegenen Seniorenheims. Nachdem ein Deich nachgab, wurde das Seniorenheim geflutet. Die meisten Bewohner sind bettlägerig oder sitzen im Rollstuhl. Es gibt keinen Fahrstuhl in der Einrichtung.

    Migranten verlassen „Ocean Viking”

    Das von der privaten Organisation SOS Méditerranée betriebene Schiff „Ocean Viking” ist mit 180 Migranten an Bord im sizilianischen Hafen Porto Empedocle eingelaufen. Wie die italienischen Behörden mitteilten, sollen die aus Seenot geretteten Menschen auf die Fähre „Moby Zaza” gebracht werden. Sie dient der italienischen Regierung als sogenanntes Quarantäneschiff. Die Regierung in Rom hatte am Wochenende ihre Zustimmung für die Übernahme gegeben. Die Migranten sollen als Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus mindestens zwei Wochen lang in Isolation bleiben. Zunächst musste dafür auf dem Quarantäneschiff Platz geschaffen werden, da sich dort bereits 220 andere Migranten befanden.

    EU-Innenminister tagen zur Migrationsfrage

    „Wir müssen alle Kräfte in Bewegung setzen, damit es zu einer Lösung kommt, denn so kann es nicht weitergehen.” Mit dieser Forderung geht Bundesinnenminister Horst Seehofer in die Tagung der Innenminister der Europäischen Union.

    Sie wollen eine gemeinsame Lösung finden, um Migranten, die im Mittelmeer aus Seenot gerettet wurden, mit einem angemessenen Schlüssel auf die EU-Staaten zu verteilen. Seehofer will die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um in dieser Frage voranzukommen. Für ihn hängen die Themen Seenotrettung und Verteilung von Migranten eng zusammen. Deshalb will er Asylzentren an den EU-Außengrenzen. Dort solle festgestellt werden, „ob es eine Asylberechtigung gibt”, wie Seehofer es formuliert. Migranten, die eine Berechtigung haben, sollen von dort auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden. Migranten ohne Aussicht sollen von der EU-Außengrenze in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden. „Unser primäres Ziel ist, dass alle mitmachen”, sagte er. „Und wenn es partout nicht geht, muss Solidarität eben anders erfolgen: finanziell oder personell, indem man etwa Personal für die Grenzschutzagentur Frontex zur Verfügung stellt.”

    BDK kritisiert Absage der Racial-Profiling-Studie

    Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat die Entscheidung von Bundesinnenminister Seehofer kritisiert, eine wissenschaftliche Studie zum sogenannten Racial Profiling bei der Polizei nicht vorzunehmen. BDK-Vorsitzender Sebastian Fiedler wird im Deutschlandfunk mit den Worten zitiert, er könne Seehofers Argumentation nicht verstehen. Das Vorgehen gleiche etwa der Situation eines Patienten, der aus Sorge vor der Diagnose nicht zum Arzt geht. Die Bundestagsabgeordnete Irene Mihalic, selbst Polizistin, forderte im Deutschlandfunk ebenfalls belastbare Zahlen. Das sei im Interesse jener Polizeikräfte, die tadellos ihrem Dienst nachgingen. Eine Studie könne Aufschluss darüber geben, wie es zu Racial Profiling kommen könne. Das Bundesinnenministerium verteidigt nach wie vor seine Absage an eine solche Untersuchung.

    USA wollen ausländische Studenten wegen Corona ausweisen

    Ausländische Studenten, die im Wintersemester in den USA studieren wollten, müssen möglicherweise ihre Pläne ändern. Die US-Einwanderungsbehörde ICE gab bekannt, dass Studenten, die sich mit Visa des Typs F1 oder M1 in den USA aufhielten, und deren Unis wegen der Corona-Krise ausschließlich Online-Kurse anbieten, des Landes verwiesen werden sollen. Die ICE teilte darüber hinaus mit, Ausländern, die ihr Studium an ausschließlich online lehrenden Hochschulen aufnehmen wollten, werde kein Visum mehr ausgestellt. Betroffene Studenten, die sich bereits in den USA aufhielten, müssten entweder das Land verlassen oder sich an einer Hochschule einschreiben, an der Präsenzunterricht stattfindet. Die meisten internationalen Studenten in den USA stammen aus China, Indien, Südkorea, Saudi-Arabien und Kanada.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Deutsche Umwelthilfe will Nord Stream 2 vor Gericht stoppen
    Millionen schauen zu: Hochzeits-Eklat in USA wird zum Viralhit – Video
    Stück Fleisch „erwacht zum Leben“ und schockiert Online-Welt – Video
    US-Außenamt deckt „Säulen russischer Propaganda“ auf – Botschaft kontert