02:15 05 August 2020
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    Drei Millionen Corona-Infizierte in den USA, Wahlmanipulationsvorwurf: Polen bestellt BRD-Diplomaten ein wegen deutscher Medienberichte, Öffentlichkeitsfahndung: Deutsche Polizei sucht Serien-Sexualstraftäter, Neues Transkript von US-Polizeieinsatz: George Floyd flehte 20 Mal „I can`t breathe“, Erfinder von Loveparade Dr. Motte wird 60.

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kurzform, was in der Nacht zum Donnerstag geschehen ist.

    Drei Millionen Corona-Infizierte in den USA

    In den USA breitet sich das Corona-Virus explosionsartig aus: Nach einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa Ende Juni stiegen die Infektionen vor Ort drastisch an – der Behördenchef von Oklahoma sieht einen Zusammenhang. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona verzeichneten hohe Tages-Infektionsraten, teilweise wurden Intensivbetten in Krankenhäusern knapp.

    Bereits am Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bei mehr als 60.000 an einem einzelnen Tag gelegen - die bei weitem höchsten Zahlen bislang. Die Zahl der an oder mit  Sars-CoV-2 Verstorbenen stieg den zweiten Tag in Folge innerhalb von 24 Stunden um mehr als 900. Die Vereinigten Staaten verzeichnen insgesamt über drei Millionen Infizierte und 132.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Präsident Trump dringt dennoch auf eine baldige Öffnung der Schulen. Einrichtungen, in denen das nicht geschieht, drohte er, die finanziellen Mittel zu kürzen. Präsident Donald Trump plant weitere Wahlkampfveranstaltungen.  

    Polen bestellt BRD-Diplomaten ein: Kritik an Medienberichten von „Welt“ und „Fakt“

    Nach einem Konflikt zwischen Präsident Andrzej Duda und einer in Polen erscheinenden Boulevardzeitung, hat das Außenministerium in Warschau den Geschäftsträger der deutschen Botschaft einbestellt. Deutschland sei darüber informiert worden, dass sich Polen den Manipulationen und der einseitigen Bewertung entgegenstelle, die in einer Serie von Artikeln deutscher Medien sowie polnischer Medien mit deutscher Kapitalbeteiligung zutage getreten seien. Es sei der eindeutige Eindruck entstanden, dass diese Medien bei der bevorstehenden Präsidentenwahl in Polen eine Seite unterstützen würden.

    Duda hatte die Berichterstattung in der Zeitung „Fakt“ kritisiert, die in Polen von der Ringier Axel Springer Media AG herausgegeben wird. An dem Unternehmen halten das Schweizer Medienhaus und Deutschlands Axel Springer jeweils Anteile von 50 Prozent. „Fakt“ hatte darüber berichtet, dass Duda einen Pädophilen begnadigt hatte. Nach Ansicht von Kommentatoren in Warschau erweckte die Aufmachung in „Fakt“ den Eindruck, als sei Duda selbst ein pädophiler Täter.
    „Heute sehen wir einen weiteren Fall eines deutschen Angriffs bei dieser Wahl“, so Duda am Freitag. Zudem kritisierte der Präsident den Warschau-Korrespondenten der „Welt“. Dieser habe geschrieben, dass Dudas Herausforderer Rafal Trzaskowski der bessere Präsident wäre, weil er anders als Duda nicht auf Reparationszahlungen von Deutschland für die Schäden des Zweiten Weltkriegs beharre. Am kommenden Sonntag entscheiden die Polen in einer Stichwahl über einen neuen Präsidenten. Laut Umfragen wird es ein knappes Rennen zwischen Duda und seinem liberalkonservativen Herausforderer Trzaskowski.

    George Floyd sagte vor Tod mehr als 20 Mal „Ich kann nicht atmen“

    Nach neu veröffentlichten Abschriften sagte der Afroamerikaner George Floyd vor seinem Tod bei einem Polizeieinsatz mehr als 20 Mal „I can't breathe“ - ich kann nicht atmen. Die Transkripte stammen von den Körperkameras der angeklagten Polizisten und wurden nun von einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota veröffentlicht. In ihnen zeigt sich unter anderem, wie Floyd die Beamten immer wieder anbettelte, von ihm abzulassen. „Ich kann nicht atmen, ich kann nicht atmen. Ah! Ich werde wohl auf diese Weise sterben“, heißt es in den Gerichtsunterlagen unter anderem. Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Sein Tod führte im ganzen Land zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.

    Die Mitschriften zeigen, dass Floyd offenbar von Anfang an verängstigt war, er flehte einen der Polizisten offenbar schon vor der körperlichen Auseinandersetzung an, ihn bitte nicht zu erschießen. „Sie handeln etwas unberechenbar“, sagt ein Beamter zu ihm an einem Punkt. Floyd entgegnete: „Ich habe Angst, Mann“.
    Das Hauptverfahren gegen vier Polizisten, denen die Tötung Floyds zur Last gelegt wird, soll nach US-Medienberichten am 8. März kommenden Jahres beginnen.

    Öffentlichkeitsfahndung:  Polizei sucht Serien-Sexualstraftäter

    Ein Mann soll mehrere Frauen in Berlin und Brandenburg vergewaltigt haben. Die Polizei hat nun eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Die Polizei in Berlin sucht mit Bildern aus einer Überwachungskamera nach einem Mann, der für mehrere Sexualstraftaten verantwortlich sein soll.

    Dem Mann werden fünf Vergewaltigungen oder versuchte Vergewaltigungen seit dem Mitte Juni vorgeworfen, so die Ermittler. Zu einer mutmaßlichen Tat hätte man bislang das Opfer nicht ausfindig machen können. Am 25. Juni meldete ein Zeuge, dass er eine mutmaßliche Vergewaltigung nahe dem Teufelsberg im Forst Grunewald beobachtet habe. Vor Ort konnten die Beamten jedoch weder Täter noch die Frau feststellen.

    Zwei weitere Taten in einem Waldgebiet bei Kleinmachnow und im nordöstlich von Berlin liegenden Bernau hätten ihm ebenfalls zugeordnet werden können. Aufgrund der gefundenen Spuren sowie übereinstimmender Zeugenaussagen gehen die Ermittler nach eigenen Angaben von einem Serientäter aus.

    Hoch sollst du raven! Erfinder der Loveparade Dr. Motte ist 60

    An diesem Donnerstag wird Dr. Motte 60 Jahre alt. Feiern wollte der Künstler, der mit gebürtigem Namen Matthias Roeingh heißt, seinen Jubeltag in den Berliner „Gärten der Welt“ mit einem Rave – war ja klar. Wegen Corona soll die große Sause nun im kommenden Jahr stattfinden, denn „Techno ist für alle da“.

    Anfang des Jahres hatte der DJ eine Spendensammel-Aktion angekündigt, um erneut eine Parade in Berlin zu organisieren. Am 10. Juli 2021 möchte er mit „Rave the Planet“ den Geist der 1989 von ihm gegründeten Loveparade wiederbeleben.
    Trotz seiner jahrzehntelangen Aktivität als Künstler und Musiker könne Dr. Motte nicht von seiner potenziellen Rente leben: „Aktuell würde ich 120 Euro Rente bekommen“, sagte er. Weil aufgrund der Corona-Krise alle Veranstaltungen bis Ende 2020 auf das kommende Jahr verschoben worden seien, habe er derzeit keine Einnahmen. „Es wäre schön, wenn ich meine Lebensversicherung, die 2021 ausläuft, nicht für den normalen Lebensunterhalt verbrauchen müsste.“

    ba/dpa/ae

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    Tags:
    Fahndung, Polizei, USA, Polen, George Floyd, Coronavirus