04:27 15 August 2020
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    Neue Normalität in der Corona-Pandemie: Lockerungen weltweit (86)
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    Bei Unruhen in mehreren serbischen Städten wurden in der Nacht auf Mittwoch Büros der regierenden Serbischen Fortschrittspartei sowie Journalisten angegriffen. Dies berichten serbische Medien. Die Protestaktionen richteten sich gegen die Einschränkungsmaßnahmen der Regierung, die angesichts des Anstiegs von Covid-19-Fällen verhängt worden waren.

    Die Protestierenden brachten ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen epidemiologischen Situation im Lande und den Maßnahmen der Behörden zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus zum Ausdruck. Die Protestler forderten „wahrheitsgemäße“ Informationen über die Covid-19-Todesopfer und kritisierten die angeblich parteiische Berichterstattung des nationalen Fernseh- und Rundfunksenders in Bezug auf die Aktivitäten der Opposition und Proteste. Einige Demonstranten sangen nationale Lieder und forderten die Behörden auf, den Kosovo zu schützen.

    In Novi Sad nahmen mehrere tausend Demonstranten, die sowohl linke als auch rechtsextreme politische Bewegungen vertraten, an einer Protestkundgebung teil. Einige Protestierende zerschlugen Fenster im Büro der Serbischen Fortschrittspartei, holten Möbel heraus und zündeten diese vor dem Eingang an. Eine Gruppe Protestierender bewarf das Gebäude der Stadtverwaltung mit Steinen, Molotow-Cocktails und pyrotechnischen Gegenständen und schlug die Tür am Eingang des regionalen Rundfunk- und Fernsehbüros der autonomen Provinz Vojvodina ein.

    Auch ein Filmteam des nationalen Fernsehsenders RTS wurde angegriffen. Die Angreifer zerstörten eine Kamera und fügten dem Kameramann Handverletzungen zu. Nachdem Beamte der Gendarmerie die Menge der Protestierenden zerstreut und das Stadtzentrum von Novi Sad abgesperrt hatten, beruhigte sich die Lage.

    Auch in Nis wurde das Büro der Serbischen Fortschrittspartei angegriffen: Die Demonstrierenden bewarfen das Gebäude mit Steinen und Früchten und griffen ebenfalls RTS-Mitarbeiter an, indem sie eine Kamera zerschlugen und dem Kameramann am Kopf verletzten.

    In Kragujevac versammelten sich am Mittwochabend etwa 1500 Protestierende vor dem Gebäude der Stadtverwaltung. Zunächst verlief die Aktion friedlich. Nach 22.00 Uhr MESZ wurden Fenster im Erdgeschoss einer Polizeistation mit Steinen zerschlagen, anschließend warfen Protesttierende bengalische Feuer in die Innenräume  der Polizeistation. Die Ordnungskräfte zerstreuten die Menschenmenge mit Tränengas.

    In Belgrad setzte die Polizei Tränengas ein, nachdem regierungskritische Demonstranten, die sich vor dem Parlamentsgebäude versammelt hatten, Polizeibeamte mit Fackeln und Steinen beworfen hatten.

    Nach Angaben des Innenministeriums wurden bei Ausschreitungen in Belgrad zehn Polizisten verletzt. Ein Polizeibeamter sei von einer Treppe heruntergestoßen worden und habe sich dabei beide Beine gebrochen. Dem Belgrader Rettungsdienst zufolge wurden 19 Polizisten und 17 Demonstrierende bei den Unruhen in Belgrad verletzt. Ein Polizist sei von einem Auto angefahren worden.

    Zu der Anzahl der Festnahmen sowie der Verletzten in anderen Städten gab es keine Angaben.

    asch/ae/sna

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    Angriffe, Journalisten, Unruhen, Einschränkungen, Proteste, Coronavirus, Covid-19, Serbien