08:29 09 August 2020
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    Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hat am Freitag die Türkei dazu aufgerufen, den Status der Hagia Sophia (Sophienkirche) in Istanbul nicht zu ändern und sie nicht in eine Moschee zu verwandeln. Dabei berief sich die UNESCO auf die rechtlichen Verpflichtungen der Türkei.

    „Die Hagia Sophia, als Teil der ‚Historischen Orte von Istanbul‘, wurde als Museum in die Liste des Welterbes aufgenommen. Dies zieht eine Reihe von rechtlichen Verpflichtungen nach sich. Demnach muss der Staat gewährleisten, dass der außergewöhnliche universelle Wert von Objekten auf diesem Territorium auf keinerlei Weise geändert wird“, heiß es in einer Mitteilung auf der Webseite der Organisation.   

    Um jegliche Änderungen in derartigen Einrichtungen vorzunehmen, müsse der betreffende Staat zuerst eine Benachrichtigung an die UNESCO senden, und bei Bedarf eine Prüfung vom Welterbe-Ausschuss anfordern, heißt es weiter.

    Die UNESCO hatte mehrere Schreiben an Ankara gerichtet, in denen sie im Zusammenhang mit einer möglichen Änderung des Kirchenstatus ihre Besorgnis geäußert und die Türkei zu einem Dialog  aufgerufen hatte, bevor eine Entscheidung getroffen wird.      

    Sophienkirche soll Moschee werden

    Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag berichtete, hat der türkische Staatsrat – Oberstes Verwaltungsgericht in der Türkei – den Status des berühmten Gebäudes Hagia Sophia in Istanbul als Museum annulliert und damit den Weg zur Nutzung der einstigen Kirche als Moschee freigemacht.

    Am 2. Juli hatte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei Berichten zufolge dem Vorhaben des türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, grünes Licht gegeben und geurteilt, dass der Status der Sophienkirche in Istanbul durch ein Dekret des Präsidenten geändert werden könne.

    Laut türkischen Medien könnte der erste muslimische Gottesdienst in der Hagia Sophia bereits am 15. Juli stattfinden – am vierten Jahrestag des gescheiterten Staatsputschs in der Türkei.

    Der Vorsteher der Orthodoxen Kirche von Griechenland, Hieronymus, Erzbischof von Athen und ganz Griechenland, ging davon aus, dass die Türken es nicht wagen würden, die Sophienkirche in Istanbul in eine Moschee zu verwandeln.

    Indessen hat der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, erklärt, er warte auf die Entscheidung des Staatsrates über die Möglichkeit, den Status der Hagia Sophia zu ändern und das Museum zu einer Moschee zu machen, und werde dementsprechend verfahren.

    Die Hagia Sophia

    Die Hagia Sophia wurde unter Kaiser Justinian erbaut und am 27. Dezember 537 u. Z. eingeweiht. Die Sophienkirche galt mehr als 1000 Jahre lang als das größte Gotteshaus in der christlichen Welt. Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen und dem Fall des Byzantinischen Reiches im Jahr 1453 wurde die Kathedrale in eine Moschee umgebaut.

    Im Jahr 1934 wurde das Gebäude auf Erlass von Kemal Atatürk, dem Gründer der Republik Türkei, in ein Museum verwandelt und in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

    ns/ae

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Staatsrat, Änderung, Moschee, Kirche, Status, Hagia Sophia, Türkei, UNESCO