13:49 13 August 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    4317916
    Abonnieren

    Der iranische Luftverteidigungskomplex, der im Januar 2020 ein ukrainisches Passagierflugzeug in der Nähe von Teheran abschoss, ist kurz vor der Katastrophe verlegt worden. Dies geht aus einem aktualisierten Bericht der iranischen Zivilluftfahrt-Organisation hervor.  

    In einer auf der Webseite der Organisation veröffentlichten Pressemitteilung heißt es, dass am 8. Januar (in der Nacht hatte der Iran den Standort von US-Truppen im Irak getroffen) die Bereitschaft der Luftverteidigungssysteme „geändert“ wurde.

    Das Militär teilte den zivilen Luftraumkontrollbehörden mit, dass nur Flugzeuge abfliegen dürften, die eine vom Militär erteilte Erlaubnis hätten.

    Das ukrainische Flugzeug durchlief diese Verfahren: Um 5.53 Uhr Ortszeit sandte das Luftraum-Kontrollzentrum eine Anfrage um Starterlaubnis an das Koordinationszentrum des Luftverteidigungssystems.

    „Einer der Luftverteidigungskomplexe von Teheran wurde verlegt, was zu einer Änderung der geografischen Position und der Richtung des Komplexes führte“, heißt es in dem Bericht.

    Die Organisation behauptet, dass „aufgrund menschlicher Fehler“ weder die Daten neu konfiguriert, noch die „obligatorischen Aktionen nach der Verlegung“ erfüllt worden seien.

    Der Luftverteidigungskomplex habe das Flugzeug daher als „Ziel, das sich vom Südwesten nach Teheran bewegt“ erkannt.  In Wahrheit war das Flugzeug laut dem Bericht  nordwestlich von Teheran und nicht vom Südwesten Richtung Teheran unterwegs.

    Gleichzeitig heißt es in dem Bericht, dass es in Bezug auf das Ziel keinen Datenaustausch zwischen dem Luftverteidigungskomplex und dem Zentrum gab, was zu einer „anderen Ereigniskette“ führte, in der der Betreiber das Flugzeug als „feindliches Ziel“ identifizierte und ohne eine Antwort vom Koordinierungszentrum für Luftverteidigung die erste Rakete im Flugzeug startete, danach die zweite.

    Versehentlicher Abschuss von Boeing

    Die ukrainische Boeing 737-800 mit 176 Menschen an Bord war am 8. Januar irrtümlich von iranischen Streitkräften kurz nach dem Start in Teheran abgeschossen worden. Niemand überlebte. Neben Iranern waren Bürger aus sechs weiteren Staaten an Bord: aus Afghanistan, Großbritannien, Deutschland, Kanada, der Ukraine und Schweden.

    Der Iran hatte zunächst den Abschuss bestritten, aber nach drei Tagen eingestanden, die ukrainische Maschine irrtümlich zum Absturz gebracht zu haben. Das iranische Militär, das mitten in einer militärischen Konfrontation mit den USA in voller Alarmbereitschaft gewesen sei, habe das Passagierflugzeug für einen Marschflugkörper gehalten, hieß es aus Teheran.

    Dass die iranische Führung zunächst mehrere Tage lang den Abschuss der Maschine geleugnet hatte, führte zu Protesten im Land. Die Demonstranten forderten eine Bestrafung der Verantwortlichen, einige sogar den Rücktritt der iranischen Führung. Präsident Hassan Ruhani versprach daraufhin eine gründliche und lückenlose Aufklärung der Abschussumstände durch ein Sondergericht und verschiedene Expertenteams.

    sm/ae
     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Unbekannte bewaffnete Menschen in Minsker Yandex-Büro eingedrungen
    T-80-Panzer bei Moskau taucht unter: Kriegsgerät bezwingt Unterwasser-Hindernisse – Video
    „Putins Murks“? Galle deutscher Medien und fünf Fragen zum ersten russischen Corona-Impfstoff
    Starkregen und Sturm in Deutschland: Große Schäden durch Unwetter – Fotos und Videos
    Tags:
    Katastrophe, Boeing 737-800, Iran