14:45 13 August 2020
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    Menschen gehen gern an ihre körperlichen Grenzen. Das tun sie bei Extremsportarten, aber auch bei exotischeren Tätigkeiten wie Hotdog-Wettbewerben. Teilnehmer solcher Wettbewerbe konnten bereits extreme Mengen von diesem Fastfood verschlingen und kamen dabei fast an die Grenze des Menschenmöglichen – die ein Wissenschaftler nun ausgerechnet hat.

    Um den Druck rauszunehmen: Die Antwort ist 84. Das ist die magische Grenze des Magens, wenn es um den Verzehr von Hotdogs in einem Zeitraum von zehn Minuten geht. Warum das wichtig ist? Weil sich auch rund um den Hotdog ein Sporteifer gebildet hat, der im weltberühmten „Nathan's Hot Dog Eating Contest“ gipfelt.

    Nahe am Limit: Weltmeister Chestnut schafft 75 Hotdogs

    Dort wetteifern Teilnehmer aus aller Welt darum, wer die größte Menge Hotdogs innerhalb von zehn Minuten verschlingen kann. Dabei kam der gegenwärtige Weltmeister Joey Chestnut mit 75 Hotdogs (Anm. d. Red.: das macht im Schnitt einen Hotdog alle acht Sekunden) der Grenze des Machbaren beachtlich nahe, wenn man der neuen Studie des Physiologen und Physiotherapeuten James Smoliga vertrauen will.

    Den Wettkampf im Hotdog-Essen verfolgt Smoliga darin in erster Linie mit der Faszination des Forschers und stellt fest, dass die Wurst-Athleten im Vergleich mit anderen Sportarten die schnellste Entwicklung hingelegt haben. Dazu analysiert er Daten aus 39 Wettbewerbs-Jahren und kombiniert diese mit einem wissenschaftlich etablierten Modell der Dehnbarkeit des Bauchraums, um auf den höchstmöglichen Verzehr innerhalb von zehn Minuten zu kommen.

    Steile Kurve: Verzehrmenge in 40 Jahren verfünffacht!

    Das Ergebnis zeigt neben der Obergrenze von 84 Hotdogs auch, dass die heutigen Spitzenschlinger eine Verzehrrate aufweisen, die fünfmal so hoch ist wie die der ersten Vertreter dieses Sports aus dem Jahr 1980, die noch relativ „untrainiert“ waren. Dabei ähnelt diese Entwicklung zwar auch anderen Athletik-Wettbewerben, zeichnet sich aber durch einen deutlich steileren Anstieg aus.

    „Das steht in krassem Kontrast zu Marathon-Wettbewerben, bei denen der Weltmeister knapp doppelt so schnell rennen kann wie der Durchschnitt und immer noch nicht fünfmal so schnell ist wie ein Individuum, dass mit schnellem Schritt von fünf Kilometern die Stunde läuft“, betont Smoliga in der Studie.

    Der Grund dafür ist eine „erstaunliche Anpassungsfähigkeit“ der Teilnehmer-Mägen, die natürlich auch ihre Kehrseite hat: Die Fähigkeit, große Mengen Nahrung aufzunehmen, bedarf wie alles andere des Trainings, kann aber auch körperliche Dysfunktionen zur Folge haben.

    Muskeltraining oder chronische Schädigung?

    Der gegenwärtige Weltmeister Chestnut konnte innerhalb von 13 Jahren von einer Menge von 267 Gramm Hotdog die Minute im Jahr 2005 auf eine Menge von 740 Gramm pro Minute im Jahr 2018 gehen. Diese extremen Dehnungen können natürlich die Muskeltätigkeit des Magens beeinträchtigen.

    In gewissen Fällen im Tierreich mag diese Fähigkeit auch nützlich sein, um eine große Beute zu verschlingen und damit nicht dem Verfall zu überlassen. Aber eine regelmäßige Praxis im Schlingen kann ernsthafte Gesundheitsfolgen mit sich bringen, betont der Forscher. Allerdings merkt er auch an, dass die Langzeitfolgen weiter erforscht werden müssen, um hier eindeutige Aussagen treffen zu können.

    So viel will er aber jetzt schon mitteilen: „Falls eine chronische Schädigung und keine Anpassung für diese extreme Magenkapazität verantwortlich ist, dann erklärt es sich leicht, warum der Fortschritt bei Esswettbewerben sich um so Vieles steiler entwickelt als bei Athletik-Wettbewerben.“

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