08:07 09 August 2020
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    Im Fall um den Abschuss der malaysischen Boeing über der Ostukraine im Jahr 2014 soll nun ein neues Ermittlerteam der Frage nachgehen, warum Kiew den Luftraum über dem Krisengebiet nicht gesperrt hatte. Das teilte das niederländische Außenministerium mit.

    Die Ermittlungen sollen parallel zu dem Strafverfahren um den Abschuss des Flugzeuges laufen und könnten laut der Generalstaatsanwaltschaft der Niederlande bis zu sechs Monate dauern. Mit den Ermittlungen soll die in den USA ansässige Organisation Flight Safety Foundation betraut worden sein.  

    Eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines, die sich auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala-Lumpur befand, war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Zum Zeitpunkt der Tragödie war dort schon ein Militärkonflikt im Gange, der Luftraum über dem Krisengebiet war allerdings nicht gesperrt gewesen. 

    Justizzentrum Schiphol, Austragungsort des MH17-Prozesses (Archivbild)
    © Sputnik / Alexey Witwizkij (ARCHIVFOTO)
    Unmittelbar nach der Katastrophe machten die USA und deren europäische Verbündete Russland dafür verantwortlich. Moskau hatte seinerseits die Anschuldigungen stets zurückgewiesen und wiederholt darauf hingewiesen, dass die Ukraine den Luftraum über dem Krisengebiet nicht gesperrt habe und für die Tragödie verantwortlich sei.  

    Daraufhin wurde die Ermittlungsgruppe (JIT) ins Leben gerufen, die von der Generalstaatsanwaltschaft der Niederlande geleitet wird. Die Ukraine, Belgien und Australien wurden zu den Ermittlungen eingeladen, Russland hingegen ausgeschlossen. Die Ermittlungsgruppe behauptet, die Boeing sei mit einer Rakete vom Typ „Buk“ abgeschossen worden, welche der im Raum von Kursk stationierten 53. russischen Luftabwehrbrigade gehört habe.

    Vor einem Strafgericht in den Niederlanden läuft derzeit ein Strafprozess gegen vier Hauptverdächtige – angeklagt sind die drei russischen Staatsbürger Igor Girkin, Sergej Dubinski und Oleg Pulatow sowie der Ukrainer Leonid Chartschenko. 

    mka/sna/gs

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