04:25 15 August 2020
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    Der 31-Jährige, der zuvor in Oppenau im Schwarzwald vier Polizisten mit einer Schusswaffe bedroht und ihnen die Pistolen abgenommen hatte, ist gefasst. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Nach dem Mann war seit Sonntag gesucht worden.

    Bei der Festnahme sind laut der Polizei vier Schusswaffen sichergestellt worden. Wie die „Mittelbadische Zeitung” berichtet, sei Yves R. bei Ramsbach - etwa 2,5 Kilometer von der Oppenauer Innenstadt entfernt geschnappt worden. Der Mann sei vor der Festnahme angeschossen worden, berichtet das Blatt unter Berufung auf einen Augenzeugen.

    ​Der 31-Jährige Yves R. ohne festen Wohnsitz hatte am Sonntagmorgen bei einer Kontrolle in einer illegal von ihm genutzten Gartenhütte vier Polizisten mit gezückter Schusswaffe bedroht und ihnen Dienstpistolen abgenommen. Anschließend flüchtete er in einen Wald, in dem er sich gut auskennen soll.

    Danach war der Mann tagelang verschwunden. Hunderte Polizisten durchkämmten die Region um Oppenau, unterstützt von Hubschraubern mit Wärmebildkameras und Spezialkräften. 

    Der 31-Jährige wurde mit nationalem und europäischem Haftbefehl gesucht – wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung.

    R. saß in Gebüsch mit Waffen vor sich

    Der gesuchte 31-Jährige aus Oppenau saß vor seiner Festnahme in einem Gebüsch. Vier Pistolen habe er „sichtbar vor sich hingelegt”, sagte Einsatzleiter Jürgen Rieger am Freitag.

    Zudem habe er ein Beil auf dem Schoß gehabt und einen Brief dabei. Bei der Festnahme sei der Mann leicht verletzt worden. Auch ein SEK-Beamter wurde leicht verletzt. Der Mann sei aufgrund eines Hinweises von Zeugen gefunden worden.

    Der 31-Jährige soll von einem Psychiater begutachtet werden. Dies sei aufgrund des „Schwergewichts der Tat” und der Vorgeschichte des Mannes nötig, sagte Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer am Freitag. Zudem werde bei ihm eine Blutprobe entnommen, um zu prüfen, ob der Mann „Substanzen, Medikamente oder Rauschmittel” eingenommen hatte.

    „Waldmann” fiel in seiner Jugend mit rechtsradikaler Gesinnung auf

    Die Ermittlungsbehörden waren zunächst nicht von einem rechtsradikalen Hintergrund ausgegangen. Der Gesuchte sei „als Waffennarr einzustufen“ – er habe eine „große Affinität zu Waffen“.

    Später kam jedoch heraus, dass Yves R. 2005 wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Im Alter von 15 Jahren veränderte er demnach das für die Öffentlichkeit sichtbare Schild eines Jugendwerks so, dass die Aufschrift des Schildes anschließend die Worte „Juden weg” enthielt. 

    Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer hatte den 31-Jährigen zwei Tage nach dessen Flucht als „Waldläufer” bezeichnet, der gut allein in der Natur zurechtkomme. Er habe im Herbst seine Wohnung in Oppenau verloren und sei seitdem ohne festen Wohnsitz gewesen. In der Gartenhütte habe sich der Mann illegal häuslich eingerichtet, weshalb der Besitzer die Polizei gerufen habe.

    Vier Polizisten waren daraufhin für eine Kontrolle zu der Hütte ausgerückt. In der Hütte befanden sich auch Pfeil und Bogen sowie Munition. Erst als die Polizisten ihn aufforderten, die Hütte zu verlassen, und ihn durchsuchen wollten, habe er plötzlich eine Schusswaffe gezogen und diese auf einen der Beamten gerichtet. Dann forderte der Mann die Einsatzkräfte auf, ihre Waffen auf den Boden zu legen. Er habe diese anschließend an sich genommen und sei in den Wald geflohen.

    ta/dpa

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