00:28 05 August 2020
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    Knapp ein Fünftel der jährlichen Einfuhren von Soja und Rindfleisch aus Brasilien in die EU stehen in Zusammenhang mit illegaler Abholzung im Amazonasgebiet, berichtet das Magazin „Der Spiegel“ (Freitag) unter Berufung auf eine wissenschaftliche Studie.

    Zwölf Forscher aus Deutschland, Brasilien und den USA schätzen den Anteil dieser Exporte auf 18 bis 22 Prozent. Ihre mit "Die faulen Äpfel der brasilianischen Landwirtschaft" überschriebene Studie wurde zuvor im US-Fachmagazin "Science" veröffentlicht. Die Autoren machen auch den rechtsextremen Landespräsidenten Jair Bolsonaro mitverantwortlich.

    Halbe Million Rinder weideten auf illegalen Rodungen

    „Rund 13,6 Millionen Tonnen des importierten Sojas, das oft als Schweinefutter verwendet wird, kommen demnach jährlich aus Brasilien in die EU-Märkte. Während des Untersuchungszeitraums zwischen 2009 und 2017 könnten circa zwei Millionen Tonnen Soja pro Jahr, die auf illegal gerodeten Flächen angebaut wurden, die EU erreicht haben. Außerdem haben laut der Studie rund 500.000 Rinder auf illegalen Rodungen geweidet“, schreibt „Der Spiegel“.

    815.000 Agraranwesen geprüft

    Für die Studie wurden 815.000 landwirtschaftliche Anwesen mit spezieller Software ausgewertet. Dabei gelangten die Forscher zu dem Schluss, dass sich 80 Prozent der brasilianischen Landwirte an die gesetzlichen Bestimmungen hielten.

    Rodungen als Ursache von Waldbränden?

    Den Autoren zufolge dürfte 2020 zum zerstörerischsten Jahr für den größten Regenwald der Erde werden (in Brasilien liegen rund 60 Prozent aller tropischen Regenwälder). Bolsonaro wird vorgeworfen, illegale Rodungen zu fördern, indem er immer wieder die Legalisierung von Agrarwirtschaft und Bergbau in geschützten Gebieten fordere. „Kritiker vermuten, dass die Brandrodungen im Amazonasbecken die Waldbrände im August 2019 ausgelöst haben könnten“, schreibt „Der Spiegel“.

    am/ta

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    Tags:
    Studie, Exporte, EU, Rindfleisch, Soja, Rodung, Regenwald, Brasilien