14:05 13 August 2020
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    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat Politik und Medien vorgeworfen, die Polizeiarbeit in Verruf zu bringen. Die fehlende Wertschätzung würde bei vielen Beamten für Verunsicherung sorgen.

    Laut Umfragen würden 86 Prozent der Deutschen der Polizei vertrauen, sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Jörg Radek gegenüber der „Welt“. Viele Kollegen würden sich deshalb zunehmend verunsichert fragen, woher dann dieses Misstrauen von Politik und Medien gegen ihre Arbeit komme.

    „Eine gewaltige Einsatzbelastung der Kollegen trifft auf eine populistische Art, wie diese Einsätze bewertet werden. Da fehlt die Wertschätzung“, beklagte er. Der Eindruck der Polizisten sei: „Wir werden mit Dreck beschmissen, und anschließend müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen: Ihr seid ja total schmutzig.“

    Radek verwies auf den Vorwurf von SPD-Chefin Saskia Esken, dass es auch in Deutschland latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte gebe, den sie später jedoch relativiert hat. Esken „importiert mal eben so den Rassismus-Vorwurf aus den USA nach Deutschland, ohne zu wissen, wie die Polizei Personal gewinnt und ausbildet. Dieselbe Vorsitzende hatte nach den Silvesterausschreitungen von Leipzig-Connewitz die Einsatztaktik infrage gestellt“, kritisierte der Gewerkschafter.

    Zum Skandal um unberechtigte Datenabfragen und Drohbriefe in Hessen sagte Radek: „Es ist abscheulich, was da passiert ist. Wer das Polizei-Datensystem missbraucht, muss identifiziert, rechtsstaatlich verfolgt und aus der Polizei entfernt werden.“ Schon jetzt sei massiver Schaden am Ruf der Polizei angerichtet und Vertrauen zerstört worden. „Die Fälle in Hessen sind extrem, das lässt sich nicht leugnen.“

    Skandal um Polizei in Hessen

    Am vergangenen Dienstag war der hessische Landespolizeipräsident Udo Münch wegen der Affäre um Drohmails sowie ein mögliches rechtes Netzwerk in der Polizei zurückgetreten. Auslöser für den Skandal waren die Drohmails mit der Unterschrift „NSU 2.0“, die an die  Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag, Janine Wissler, geschickt worden waren.

    Bevor die Fraktionsvorsitzende die Drohungen per E-Mail erhalten hatte, waren ihre persönlichen Daten über einen hessischen Polizeicomputer abgefragt worden.  Nach Bekanntwerden des Datenmissbrauchts forderte die GdP am Mittwoch die Einführung von Fingerabdrucksensoren, die den Zugang zu Systemabfragen durch Dritte verhindern sollen.

    mka/dpa/gs

     

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    Tags:
    Deutschland, Polizei