15:02 13 August 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    12581
    Abonnieren

    Die kürzlich erfolgte massive Cyberattacke auf Twitter ist von einer Gruppe junger Hacker aus den USA und Großbritannien vorbereitet worden. Wie die US-Zeitung  „New York Times“ unter Berufung auf die Hacker und ihre Screenshots schreibt, seien sie unter der Leitung des Users „Kirk“ über den Discord Messenger miteinander in Kontakt gestanden.

    Journalisten der Zeitung haben nach eigenen Angaben vier Teilnehmer des Cyberangriffs kontaktiert, darunter die Benutzer „lol“ und „ever so anxious“.

    Der Benutzer „lol“ habe der Zeitung Screenshots von Chats mit dem Benutzer „Kirk“ vorgelegt, in dem Kirk behauptete, bei Twitter zu arbeiten und Zugriff auf Benutzerkonten des sozialen Netzwerks zu haben.

    „Bro, ich arbeite bei Twitter, zeige diese Nachricht niemandem, ich meine es ernst“, zitiert die Zeitung „Kirk“.

    „Kirk“ sei derjenige gewesen, der Geld aus der digitalen Brieftasche abgezogen habe, wo auf Bitte der Betrüger Bitcoins überwiesen werden sollten.

    Es wird angemerkt, dass der Benutzer „Kirk“ bis zum Cyberangriff am Mittwoch in Hackerkreisen nicht allgemein bekannt gewesen sei. Sein Discord-Profil ist nach den Angaben erst am 7. Juli erstellt worden. Selbst für andere Hacker, die mit ihm gearbeitet hatten, sei seine Identität unbekannt geblieben.

    Die Hacker sollen sich kurz vor Beginn der Operation „kennengelernt“ haben. Am Dienstagabend habe „Kirk“ über Discord mit „lol“ und am Mittwoch  mit „ever so anxious“ Kontakt gehabt und den beiden vorgeschlagen, Vermittler zu werden und Twitter-Accounts im Netz zu verkaufen.

    „lol“ und „ ever so anxious“ hätten bereits einen etablierten Ruf auf der Webseite OGusers.com gehabt, wo Hacker sogenannte „wertvolle“ gestohlene Namen von Benutzern in den sozialen Netzwerken verkaufen.

    Normalerweise seien es Namen wie @dark, @w, @l, @50 – also Namen, die laut der Zeitung aus einer einzelnen Zahl oder einem Buchstaben bestehen und damit Aufmerksamkeit auf sich ziehen, was sie sehr wertvoll mache.

    Für jede durchgeführte Transaktion hätten lol“ und „ ever so anxious“ einen Anteil erhalten, schreibt die Zeitung. Diese Vorgänge hätten gezeigt, welch umfassenden Zugriff „Kirk“ auf Twitter-Systeme hatte: Er konnte demzufolge die grundlegenden Sicherheitseinstellungen für jeden Benutzer rasch ändern und Fotos von Posts aus internen Twitter-Systemen senden, um zu beweisen, dass er Kontrolle über die Accounts hatte.

    Zwar gab „lol“ seine Identität nicht preis, erzählte aber der Zeitung, dass er in den USA lebe und ungefähr 20 Jahre alt sei. „Ever so anxious“ sei 19 Jahre alt und lebe mit seiner Mutter in Großbritannien.

    Wer hinter dem Pseudonym „Kirk“ steht, konnte nicht festgestellt werden, schreibt die Zeitung. Auch seine Motive seien unklar.

    Die Zeitung schreibt, dass die Ermittler, die den Fall untersuchten, bestätigt hätten, dass einige Details, die die Hacker mit der Zeitung geteilt haben, mit den Untersuchungsergebnissen übereinstimmen würden.

    Massive Cyber-Attacke 

    Am Mittwoch hatte Twitter eine massive Cyber-Attacke auf Konten zahlreicher prominenter Persönlichkeiten, vom designierten US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden bis hin zu Tesla-Chef Elon Musk, erlebt. Inzwischen gibt es Berichte, wonach ein Twitter-Insider für den Angriff verantwortlich sein soll.

    Betroffen waren unter anderem die offiziellen Konten von Amazon-Gründer Jeff Bezos, Microsoft-Gründer Bill Gates, Ex-US-Präsident Barack Obama und Rapper Kanye West. Auf den gehackten Twitter-Seiten verbreiteten Unbekannte Werbung für dubiose Kryptowährung-Deals.

    Der Kurznachrichtendienst warnte in einem Tweet vor einem „Sicherheitsvorfall“. Später teilte Twitter mit, man habe alle Accounts, bei denen in den letzten 30 Tagen eine Passwort-Änderung versucht worden sei, blockiert.

    sm/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Nach Russland-Kritik: Spahn will deutschen Corona-Impfstoff „so schnell wie noch nie in Geschichte“
    Unbekannte bewaffnete Menschen in Minsker Yandex-Büro eingedrungen
    „Putins Murks“? Galle deutscher Medien und fünf Fragen zum ersten russischen Corona-Impfstoff
    Tags:
    Twitter, Cyberattacken, Cyberangriff