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    EU-Sondergipfel wird erneut verlängert; Opposition erhöht Druck auf Bundesregierung in Wirecard-Skandal; Trump spielt Corona-Gefahr erneut herunter; Terroristen nutzten Flüchtlingskrise; Biontech schließt erste Liefervereinbarung; Mann aus Polizeigewahrsam entlassen

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Montag geschehen ist.

    EU-Sondergipfel wird erneut verlängert

    Nach deutlichen Fortschritten auf dem Weg zu einem Corona-Krisen-Paket wird der EU-Sondergipfel in Brüssel nochmals verlängert. EU-Ratspräsident Charles Michel kündigte nach Angaben von Diplomaten am Morgen einen neuen Verhandlungsvorschlag an. Demnach könnte der Anteil der Zuschüsse im Corona-Rettungsprogramm von ursprünglich 500 Milliarden Euro auf 390 Milliarden gesenkt werden.

    Präsident des Europäischen Rates Charles Michel beim EU-Gipfel (Brüssel, 18.07.2020)
    © REUTERS / FRANCOIS LENOIR

    Der Kompromiss sei aber noch nicht völlig unter Dach und Fach, hieß es. Die Gespräche wurden gegen 06.00 Uhr unterbrochen und sollen am Nachmittag wieder aufgenommen werden, wie der Sprecher von EU-Ratspräsident Michel auf Twitter mitteilte. Damit läuft das am Freitag gestartete Treffen der 27 Staats- und Regierungschefs bereits zwei Tage länger als geplant.

    Opposition erhöht Druck auf Bundesregierung in Wirecard-Skandal

    Im Skandal um den inzwischen insolventen Dax-Konzern Wirecard erhöht die Opposition den Druck auf die Bundesregierung. Die Obleute der Bundestagsfraktionen im Finanzausschuss beraten heute über eine mögliche Sondersitzung. Von der Opposition hieß es vorab, man sei sehr zuversichtlich, dass es zu einer Sondersitzung kommen werde. Es geht unter anderem darum, ob es Fehler bei der Finanzaufsicht gab, ob Bundesfinanzminister Olaf Scholz Verantwortung trägt und ob die Bundesregierung, inklusive Kanzleramt, eventuell Wirecard unterstützten, obwohl der Verdacht von Unregelmäßigkeiten bereits im Raum stand.

    Trump spielt Corona-Gefahr erneut herunter

    US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der rasch zunehmenden Coronavirus-Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten erneut heruntergespielt. Bei der Zunahme in Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes handle es sich nur um Flammen oder Glutherde, die rasch gelöscht würden, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News. Bei vielen der Neuinfektionen handle es sich um junge Leute, die einen Schnupfen haben, sagte der Präsident. Seiner Meinung nach werden 99,7 Prozent aller Corona-Patienten sehr schnell wieder gesund.

    Terroristen nutzten Flüchtlingskrise

    Eine zweifelsfreie Identifizierung von Asylbewerbern an den EU-Außengrenzen könnte nach Einschätzung von Unionspolitikern helfen, um künftig das Einsickern von Terror-Schläfern nach Deutschland zu erschweren. Mit Blick auf die sogenannte Flüchtlingskrise vor fünf Jahren sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg: „Die Befürchtungen von damals waren nicht unberechtigt.“ In den Jahren 2015 und 2016 war die Mehrheit der mehr als 1,1 Millionen Asylbewerber, die nach Deutschland kamen, ohne Ausweisdokumente eingereist. Dadurch habe sich die Zahl der Gefährdungssachverhalte erhöht, heißt es aus Sicherheitskreisen. Die Entsendung von Terroristen nach Europa durch Gruppierungen wie die Terrormiliz Islamischer Staat sei zwar kein Massenphänomen, sagte Middelberg der Deutschen Presse-Agentur. Dennoch bleibe die ungesteuerte Zuwanderung ein Problem - auch unter dem Sicherheitsaspekt. Eine Reform des europäischen Asylsystems sei deshalb überfällig.

    Biontech schließt erste Liefervereinbarung

    Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen.

    Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten „BNT 162“ geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021, wie die Unternehmen heute mitteilten. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. Man befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit verschiedenen anderen Regierungen und hoffe, bald weitere Liefervereinbarungen bekanntgeben zu können, sagte Biontech-Mitgründer Ugur Sahin nach der Mitteilung.

    Mann aus Polizeigewahrsam entlassen

    Ein nach dem verheerenden Brand in der Kathedrale von Nantes in Polizeigewahrsam genommener Mann ist wieder frei. Er sei am späten Sonntagabend entlassen worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Demnach gab es keine Verbindung des 39-Jährigen zu dem Feuer. Die Ermittler verfolgen derzeit die Theorie, dass der Brand mit Absicht gelegt wurde. Demnach gab es in der Kathedrale drei Brandherde. Bei ersten Untersuchungen waren keine Einbruchspuren an dem Gebäude gefunden worden.

    mk/dpa/ae

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    Tags:
    Bundesregierung, Opposition, EU-Gipfel