14:45 13 August 2020
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    Ein bewaffneter Mann hat in der ukrainische Stadt Luzk einen Bus entführt und mindestens 20 Passagiere als Geiseln genommen. Das teilte die lokale Polizei am Dienstagmorgen mit.

    Der Angreifer sei bewaffnet und habe eine Sprengvorrichtung. Er rief die Polizei selbst an, stellte sich als Maxim Plochoj (Maxim der Schlechte - dt.) vor und sagte, dass in dem Bus eine Mine installiert sei. 

    Neues zum Thema: Am Dienstagabend ließ der Mann alle Geiseln endlich frei. Daraufhin wurde er von den Einsatzkräften festgenommen. Laut dem ukrainischen Innenminister Arsen Awakow sind alle Geiseln unversehrt.

    Am Ort der Geiselnahme waren laut jüngsten Angaben ukrainischer Medien drei Explosionsgeräusche zu hören. Bei einem handelte es sich um eine Explosion, bei zwei anderen ging es möglicherweise um Granaten, die der Geiselnehmer vermutlich aus dem Bus geworfen hat. Opfer gab es keine. Es war eine Rauchwolke zu sehen. 

    „Es ist bekannt, dass der Terrorist einen unbekannten Sprengsatz aus dem Bus geworfen hat, der explodierte. Niemand wurde verletzt“, berichten ukrainische Medien. 

    Der Täter hat sich laut dem ukrainischen Innenminister Arsen Awakow zu Verhandlungen bereit erklärt. 

    Dem ukrainischen Vize-Innenminister Anton Geraschtschenko zufolge waren alle in der Nähe liegenden Häuser evakuiert. Auch das Stadtzentrum sei abgesperrt. Der Terrorist soll sich geweigert haben, den Geiseln die Wasserflaschen zu übergeben. 

    Zuvor hat sich der Täter nicht bereit zu einem Kontakt mit den Polizeibeamten gezeigt. Sondereinheiten sind bereits seit mehreren Stunden vor Ort, um ihn notfalls zu neutralisieren, so die Polizei. 

    ​Laut dem Chef der lokalen Polizeiabteilung, Juri Kroschko, stellt der Täter „allgemeine Forderungen“ und spricht von „Unzufriedenheit mit dem System“.

    Laut dem Täter sind unter den Geiseln Kinder und Schwangere. Der Polizei zufolge droht er, im Fall eines Sturms der Sondereinheiten den Bus zu sprengen sowie einen weiteren Sprengsatz aus Distanz zur Detonation zu bringen. Ab und zu schießt er in Richtung Polizei. 

    Es wurde ein Strafverfahren eingeleitet. In der Ukraine gilt für Geiselnahme eine Haftstrafe von sieben bis 15 Jahren.

    Wie der ukrainische Journalist und Chefredakteur des Portals „Censor.net.ua“, Juri Butussow, mitteilte, wurde er von dem Geiselnehmer angerufen. Der habe gefordert, dass Journalisten vor Ort kommen. Später hätte er jedoch aufgelegt, als Butussow ihm vorschlug, sich gegen Kinder und Schwangere auszutauschen. Der Täter habe die Vermutung geäußert, dass Butussow Polizeibeamte sei.

    Die Polizei hat inzwischen die Persönlichkeit des Täters identifiziert. Der Mann heißt Maxim Kriwosch. Er hatte Accounts auf Twitter, Youtube und Telegram. Die ersten zwei sind momentan blockiert. Medienberichten zufolge verbüßte der 44-Jährige bereits mehrere Haftstrafen und wurde angeblich in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Über den Geburtsort des Täters gibt es widersprüchliche Angaben. Medien nennen sowohl Russland als auch die Ukraine als seinen Geburtsort. 

    om/sb

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    Tags:
    Passagiere, Bus, Geiselnahme, Ukraine