06:50 03 Dezember 2020
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    Der Komet Neowise, den die Sternenfreunde für ein „größeres Kaliber“ halten, da er der Nähe zur Sonne standhalten kann, wird am kommenden Donnerstag so nah an unserem Planeten vorbeiziehen, dass er mit bloßem Auge gesehen werden kann. Wer ihn sehen will, muss nach Norden schauen und auf gutes Wetter hoffen.

    Alle 5000 bis 7000 Jahre kommt der Komet C/2020 F3 alias Neowise der Erde am nächsten. Das Phänomen in den Weiten des Sonnensystems ist nun schon seit Tagen am Himmel zu sehen. Am kommenden Donnerstag (23. Juli) ist es soweit: Dann ist er nach Angaben der Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland noch gut 100 Millionen Kilometer vom blauen Planeten entfernt – das sind ungefähr zwei Drittel des mittleren Abstands der Erde zur Sonne.

    Auch wenn Neowise langsam verblasst, kann er laut dem Vorsitzenden der Sternfreunde, Sven Melchert, weiter am Nachthimmel gesehen werden. Mit bloßem Auge sehe man einen mittelhellen, unscharfen Körper mit einer fahlen Schleppe nach oben. Das sei der Kometenschweif. Mit einem Fernglas sei dies natürlich noch einmal besser zu sehen. Zu Ende Juli hin werde er dann wohl ganz verblassen.

    Während das Wetter bis Mittwochnacht noch größere Chancen auf wenig Wolken und eine bessere Sicht bietet, werden am Donnerstagabend nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes voraussichtlich nur im Süden Deutschlands neugierige Himmelsbeobachter die Chance haben, einen Blick auf den Kometen zu erhaschen. In der Mitte des Landes könnte es zwischenzeitlich Wolkenlücken geben. Der Norden und Westen stünden klar unter Tiefdruckeinfluss. Sonnenuntergang sei am Donnerstag zwischen 21.00 und 22.00 Uhr.

    Zu Handy und Apps greifen

    Und wo müssen Neugierige hinschauen? Nach Einbruch der Dunkelheit einen Platz mit möglichst freier Sicht nach Norden suchen, dort zieht er unterhalb des Sternbilds des Großen Wagens seine Bahn. Das Handy kann hier mit einer Kompassfunktion helfen. Aber auch Apps versprechen das Phänomen aufzuspüren.

    „Kometen sind Schweifsterne, wenige Kilometer große Brocken aus dem All, die aus Geröll, Wasser und Staub bestehen“, heißt es bei den Sternfreunden. Kommt ein Komet der Sonne nah, werde er regelrecht aufgetaut und der Kometenschweif bilde sich. Viele Kometen würden dieses Auftauen nicht überstehen, doch Neowise sei ein „größeres Kaliber“. Entdeckt wurde Neowise erst im März dieses Jahres von dem reaktivierten Weltraumteleskop gleichen Namens.

    pd/sb/dpa

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    Teleskop, Planet, Himmelskörper, Komet