14:38 13 August 2020
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    Vermutlich liegt dem Skandal beim Dax-Konzern Wirecard ein großangelegter Betrugsfall zugrunde. Die Ermittlungen laufen fort – die Münchner Staatsanwaltschaft erzielt dabei einen bedeutenden Fortschritt.

    Die Münchner Staatsanwaltschaft hat im Bilanzskandal im Dax-Konzern Wirecard drei Haftbefehle gegen das Ex-Management erlassen. Einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft zufolge geht es dabei unter anderem um Bankenbetrug und Marktmanipulation in mehreren Fällen.

    Unterlagen und ein Kronzeuge hätten den Ermittlern geholfen: demnach sieht der Fall so aus, dass die Tatverdächtigen bereits seit 2015 entschieden haben, die Bilanz von Wirecard „aufzublähen“.

    Neue Haftbefehle

    Die neuen Haftbefehle betreffen außer einem Ex-Finanzvorstand erneut den früheren Vorstandschef Markus Braun.

    Der erste Haftbefehl gegen Braun war nicht vollzogen worden – dies gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro.

    Nach Angaben der Sprecherin sei in allen Fällen die Haftfortdauer angeordnet worden. Die drei Tatverdächtigen hätten sich nicht selbst gestellt – sie seien in München festgenommen worden. Der Ex-Chef der Wirecard-Tochtergesellschaft Cardsystems Middle East in Dubai befindet sich in Untersuchtungshaft.

    Vermutliche Scheingeschäfte

    Wirecard hatte vor dem Insolvenzantrag gestanden, dass die auf den philippinischen Treuhandkonten angeblich verbuchten 1,9 Milliarden Euro mit großer Wahrscheinlichkeit nicht existieren würden.

    Es gehe bei dieser Summe um die möglichen Erträge von Subunternehmer-Geschäften. Diese sollen für Wirecard Kreditkartenzahlungen im Mittleren Osten und in Südostasien abgewickelt haben.

    Nach aktuellem Stand war dieses Geschäft mit Drittpartnern entweder voll und ganz oder zum größten Teil ausgedacht.

    Von den existierenden 45 Tochterunternehmen des Mutterunternehmens Wirecard waren tatsächlich drei, die relevant gewinnbringend waren. Die Firma Cardsystems in Dubai – über welche die vermutlichen fiktiven Geschäfte liefen – hatte 2018 mit 237 Millionen einen großen Anteil des Gewinns von Wirecard.

    ek/mt/dpa

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    Tags:
    Staatsanwaltschaft, Unternehmen, Geschäft, Bilanz, Betrug