05:27 15 August 2020
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    Russische Rohrleger können seit zwei Wochen laut dem Radiosender „NDR“ die Verlegung der letzten 120 Kilometer der Gasleitung Nord Stream 2 durch dänische Gewässer nicht aufnehmen. Als Grund wird die Laichzeit der Dorsche genannt.

    Wie es weiter heißt, gilt das Seegebiet als Laichplatz. Aus Naturschutzgründen haben die dänischen Behörden alle Bauarbeiten bis Ende September verboten.

    Dabei kommt die Natur laut dem Sender Politikern vermutlich gerade recht: US-Außenminister Mike Pompeo, einer der schärfsten Gegner von Nord Stream 2, ist am 22. Juli zu einem Besuch in Dänemark eingetroffen.   

    Im Rahmen seiner Reise traf sich Pompeo in Kopenhagen mit der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen und dem Außenminister Jeppe Koefod. Nach Pompeos Ansicht müssten die USA ihre geopolitischen Interessen gegenüber Russland und China offensiver verteidigen. In der Vergangenheit sei man zu naiv gewesen.

    Nord Stream 2  

    Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Pipelinesträngen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Deutschland. Hinter dem Projekt steht der russische Staatskonzern Gazprom, der die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro stemmen soll. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen: Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie.
    Die USA lehnen das Projekt aktiv ab und promoten ihr Flüssigerdgas. Gegen das Projekt treten auch die Ukraine und eine Reihe anderer europäischer Länder auf.

    Der Bau der Pipeline wurde Ende vorigen Jahres gestoppt, nachdem die USA ihren Verteidigungshaushalt mit Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen verabschiedet hatten. Daraufhin stieg das Unternehmen „Allseas“, das mit der Verlegung der Gasleitung beauftragt war, aus dem Projekt aus.

    Im Gegenzug zeigte sich Russland bereit, den Bau mit Einsatz des Gazprom-Rohrverlegers „Akademik Cherskiy“ (auch Akademik Tscherski) abzuschließen. Am 9. Mai war das Verlegeschiff „Akademik Cherskiy“, das im Februar seinen langfristigen Standort verlassen hatte, im deutschen Hafen Mukran auf der Insel Rügen eingetroffen.

    Da im Seegebiet (südöstlich der Insel Bornholm durch dänische Gewässer), wo Arbeiten erfolgen, nach dem Zweiten Weltkrieg viele Minen und Munition versenkt wurden, brauchte Russland eine Genehmigung, denn sein Schiff wird mit Hilfe von Ankern positioniert. Anfang Juli erteilte Kopenhagen laut Medienberichten die entsprechende Genehmigung dazu. 

    Neue US-Sanktionen gegen Nord Stream 2 

    Am Donnerstag hat der US-Senat den Verteidigungshaushalt für kommendes Jahr (beginnt am 1. Oktober) bewilligt, der unter anderem eine Verschärfung der Sanktionen gegen die Gasleitungen Nord Stream 2 vorsieht.

    US-Außenminister Mike Pompeo hatte zuvor Firmen, die in das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 in der Ostsee investieren, mit Sanktionen gedroht. Sein Ministerium gebe Richtlinien an die Behörden aus, wie die diesbezüglichen Gesetze umzusetzen seien.

    Die neuen Sanktionen gelten für alle am Bau beteiligten Schiffe, für diejenigen Unternehmen, die die Bereitstellung dieser Schiffe fördern, ihnen Versicherungs- und Hafendienste anbieten, sowie für diejenigen, die eine Zertifizierung für die Inbetriebnahme der Gasleitung vorlegen.
    ns/gs

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    Tags:
    Allseas Group, Zweiter Weltkrieg, GAZ-66, Dorsche, Verlegung, Bau, Dänemark, Nord Stream 2, Deutschland, USA