00:47 05 August 2020
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    Die britische Regierung hat eine nationalen Strategie zur Bekämpfung von Übergewicht veröffentlicht. Darin soll auch ein Verbot von Werbung für ungesunde und kalorienreiche Lebensmittel vorgesehen sein.

    Laut dem Strategiepapier der Regierung zählt Fettleibigkeit zu einem der größten Probleme des britischen Gesundheitswesens. Demnach leiden mit 63 Prozent fast zwei Drittel der völljahrigen Engländer an Übergewicht oder Fettleibigkeit – auch bei einem Drittel der Schulkinder ist dieses Problem festzustellen. Die Behandlung von Patienten mit damit verbundenen Erkrankungen kostet das britische Gesundheitssystem jährlich rund sechs Milliarden Pfund Sterling (etwa 6,6 Milliarden Euro).

    Vor diesem Hintergrund seien dringend Maßnahmen geboten, zumal Übergewicht das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes bei einer Covid-19-Erkrankung erhöhe, heißt es zur Begründung. So würden insgesamt acht Prozent aller Corona-Patienten auf den Intensivstationen an Fettleibigkeit leiden.

    Daher sollen effiziente Maßnahmen her. Die Regierung schlägt zum Beispiel vor, im Fernsehen und Internet keine Werbung  für kalorienreiche und zuckerhaltige Lebensmittel zur Tageszeit auszustrahlen. Damit will man vor allem Kinder schützen. Das Kabinett beruft sich auf eine Studie, wonach 47,6 Prozent der gesamten Werbezeit im Fernsehen Werbespots solcher Lebensmittel ausmachten.

    „Die Studie zeigt, dass das Anschauen dieser Werbung sich auf das Ernährunsgmodell der Kinder auf kurze und auch lange Sicht auswirken kann. Es kann außerdem ihre Essgewohnheiten beeinflussen“, heißt es in dem Schreiben.

    Schluss mit Superangeboten

    Eine weitere Maßnahme der neuen Strategie soll auf den Lebensmittelhandel und seine Gratisangebote abzielen. Die Aktionen „Zwei zum Preis von einem“ bei äußerst fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln solle es in dem Ausmaß wie früher nicht mehr geben. Darüber hinaus soll einschlägige Werbung am Eingang sowie an den Ladenkassen von Supermärkten nicht mehr gestattet sein.

    „In Großbritannien geben wir für Waren im Superangebot mehr Geld aus, als jedes andere Land in Europa. Laut einer Untersuchtung aus dem Jahr 2018 wurden 43 Prozent aller Lebensmittel in speziellen Ladenbereichen (am Eingang und an den Kassen) erworben – während nur ein Prozent gesunder Lebensmittel gekauft wurde. Preisermäßigungen auf gesünderes Essen, darunter Früchte und Obst, werden in Zukunft begünstigt werden“, so die Strategie.

    Demnächst würden Unternehmen verpflichtet, explizit die Kalorienhaltigkeit eines Produkts auf dessen Verpackung anzugeben. So sei ein Drei-Farben-System geplant: Grün – für gesunde Lebensmittel, Gelb – für salz- zucker, und fetthaltiges Essen – und schließlich Rot für Kalorienbomben. Das soll auch Alkohol betreffen. Laut dem Schreiben nehmen die Briten durch den Alkoholkonsum rund zehn Prozent des durchschnittlichen Kalorienbedarfs zu sich – dabei seien sich 80 Prozent der Bürger der hohen Kalorienhaltigkeit von alkoholischen Getränken nicht bewusst.  

    Die Maßnahmen soll auch das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien (NHS) unterstützen. Die Strategie sieht ein Hilfsprogamm für an Übergewicht leidende Menschen vor, welche die Kilos endlich loswerden wollen. Die Strategie soll nächstes Jahr in Kraft treten, nach Verabschiedung durch das Parlament.

    mka/sna/gs

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