08:31 26 November 2020
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    Die Deutsche Aidshilfe hat sich dafür ausgesprochen, Sexarbeit unter Beachtung des Hygienekonzepts wieder zuzulassen. Ein Verbot habe zur Folge, dass Prostitution im Verborgenen stattfinde – zu Dumpingpreisen und ohne Verhütung.

    In ihrer Mitteilung vom Mittwoch hat die Deutsche Aidshilfe gefordert, Sexarbeit in Bordellen, mobil und auf der Straße umgehend wieder zuzulassen, wie es bereits in Belgien, der Niederlande, Österreich, der Schweiz und Tschechien geschehen ist.

    „Sexarbeit darf nicht anders behandelt werden als andere Tätigkeiten mit engem Körperkontakt. Der Gleichheitsgrundsatz gilt unabhängig von moralischen Bewertungen. Niemand hat darüber zu urteilen, ob für jemand anderen ein Friseurbesuch oder ein sexuelles Erlebnis wichtiger ist“, sagte Ulf Kristal vom Vorstand der DAH.

    Wegen des pandemiebedingten Tätigkeitsverbots würden Prostituierte vielfach ohne Einkommen und ohne Wohnraum dastehen, dadurch würden Abhängigkeitsverhältnisse nur noch verschärft. Hinzu komme, dass Sexarbeit trotz des Verbots stattfinde – im Verborgenen, wo professionelle Sicherheitsmaßnahmen wegfielen und Prävention und Hilfsangebote die Betroffenen kaum erreichen könnten. „Die ökonomische Notlage schwächt zudem die Verhandlungsposition von Sexarbeiterinnen gegenüber ihren Kunden. Dumpinglöhne können ebenso die Folge sein wie der Verzicht auf Safer Sex“, gibt die Aidshilfe zu bedenken.

    Die Verdrängung in die Illegalität habe fatale Folgen, so Kristal, und Sicherheit lasse sich nur unter legalen Bedingungen herstellen. Hygienekonzepte zur Vorbeugung der Verbreitung des Coronavirus seien von zwei Verbänden bereits vorgelegt worden. Diese würden im Kern auf Mund-Nasen-Schutz, einer Unterarmlänge Abstand zwischen den Gesichtern und Verhütung basieren. Hundertprozentige Sicherheit könnten sie zwar nicht bieten, diese werde aber schließlich auch nicht in anderen Branchen gefordert und sei ohnehin illusorisch. Die Mär von Prostituierten als Superspreadern sei zudem fachlich falsch.

    „Massenübertragungen gab es in Deutschland bisher durch ausbeuterische Arbeitsbedingungen, in beengten Wohnverhältnissen und in Gottesdiensten. Bei der Sexarbeit haben nur wenige Leute engen Kontakt miteinander. Und nirgendwo wird Sex mit so strikten Auflagen praktiziert wie in professionellen Bordellen,“ so DAH-Vorstand Ulf Kristal. Prostituierte seien Profis in puncto Hygiene und Sicherheit, sie könnten sogar Vorbilder werden für einen unaufgeregten und vernünftigen Umgang mit dem Corona-Risiko.

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    Tags:
    Sex, Prostituierte, Prostitution, Coronavirus