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    „Der Film „Harvest“ (Ernte) über Entführungen zwecks Organhandels Ende der 1990er-Jahre im Kosovo, den US-Regisseur Paul Kampf drehen will, wird viele wichtige Themen für die Serben anschneiden.

    „Ich denke, dass viele Länder die Anerkennung des Kosovo, die auf Anweisung des Westens so leichtfertig beschlossen wurde, widerrufen werden, und dieses unnatürliche Gebilde namens Kosovo wie eine Blase platzen wird, wenn allen klar wird, worauf sie ruht und was dort vor sich geht“, meint der Autor des Romans, auf dem der Film basieren wird.

    Der Roman „Srpsko srce Johanovo“ („Johanns serbisches Herz“) handelt von einem reichen Deutschen, dem das Herz eines Serben transplantiert wurde – der Serbe ist Opfer des so genannten „gelben Hauses“ (Haus im Norden Albaniens nahe der Stadt Burelj, wohin nach einigen Angaben im Kosovo entführte Serben und nicht nur Serben gebracht wurden, um ihnen die Organe zum Verkauf auf dem Schwarzmarkt zu entnehmen – Anm. d. Red.) – und seiner Reise durch das Kosovo bei der Suche nach Antworten auf Fragen über das Schicksal des „Spenders”. Der Autor dieses Buches, Veselin Dzeletovic, spricht mit Sputnik über die Bedeutung des neuen Projekts. Die Dreharbeiten sollen Anfang des nächsten Jahres beginnen.

    Dzeletovic wurde nach einer Begegnung mit einem Deutschen, dem 2004 im Kosovo ein serbisches Herz transplantiert wurde, zum Schreiben des Romans inspiriert. „Johanns serbisches Herz “ wurde erstmals 2008 veröffentlicht, es gab bisher 15 Auflagen. Der Roman ist in mehrere Sprachen übersetzt worden. Laut dem Autor ist es am wichtigsten, dass die Geschichte über die Leiden der Serben im Kosovo und in Metochien sich allmählich in der Welt verbreitet. Er ist davon überzeugt, dass seine Geschichte darüber, was das serbische Volk im Kosovo erleiden musste, die negative Wahrnehmung der Serben verändern kann.

    „Wir würden gerne bekannte Schauspieler zu diesem Projekt heranziehen, wir haben bereits einige bekannte Namen und einen Oscar-prämierten Kostümgestalter. Das wird eine große Geschichte, die wir der ganzen Welt erzählen wollen. Mein Ziel ist, dass der Film eine nicht weniger wichtige Rolle wie der Roman spielt, dass er irgendwelche Dinge verändert. Der Roman sorgte dafür, dass einige Länder die Anerkennung des Kosovo widerriefen. Für mich ist das sehr wichtig, weil es der Kampf um meine Heimat, meine Region ist. Wir sind ein kleines Land, wir haben nichts außer dieser Wahrheit, doch ich denke, dass sie ausreicht, um etwas zu haben, was wir der Welt zeigen können“, so der Autor zu Sputnik.

    „Harvest“ – Film über die Verbrechen gegen die Serben im Kosovo

    Dzeletovic hebt hervor, dass die Serben ständig als „Bösewichte“ dargestellt werden, während in Wirklichkeit alles anders sei. Der Westen versuche, albanische Terroristen anders darzustellen, um eigene Interessen zu verfolgen, obwohl sie mit einem Wort bezeichnet werden können: „Verbrecher.“ Dzeletovic zufolge sollen der Roman und der Film dazu aufrufen, die Verbrecher zu bestrafen.

    „Ich rechne mit der Hilfe Gottes – ihre Sünden sind so schwer, dass sie reden müssen, um ihre Seele zu entlasten; dann werden wir erfahren, wie viele serbische Herzen in der ganzen Welt schlagen. Menschen im 21. Jahrhundert (handfeste Beweise über die illegale Transplantologie im Kosovo und in Albanien beziehen sich auf den Zeitraum von 1999 bis 2000; Anm.d. Red.) als Ersatzteillager für Organe zu missbrauchen, und niemand erfährt davon – das wird nicht funktionieren. Jeder, der diese Verbrechen verschweigt, wird zum Komplizen“, sagt der Autor des Buches.

    Wie der Schriftsteller ausführt, reist Johann nach Kosovo und Metochien, weil er den Namen des Menschen herausgefunden hat, dessen Herz ihm sein Leben rettete. Er wusste nicht, dass dieser Mensch entführt und wegen dieses Herzens getötet wurde. Alles, was er im Kosovo über diese Geschichte in Erfahrung bringen konnte, war wegen der medialen Blockade nicht an die Öffentlichkeit zu bringen. Dies sei der Grund, weshalb die Wahrheit über die Serben erzählt werden müsse.

    „Allen Soldaten, die in das Kosovo kommen, wird weisgemacht, dass sie die Albaner vor den Serben verteidigen müssen. Sobald sie vor Ort sind, erkennen sie, dass in Wahrheit Jagd auf die Serben gemacht wird, dass man mit den Serben alles Erdenkliche gemacht werden kann. Alle diesen Menschen wurden in der damaligen Zeit (1999-2000) vor den Augen der internationalen Gemeinschaft entführt. Ich beharre darauf, dass dafür neben Thaci und Haradinaj, an deren Händen das Blut serbischer Zivilisten klebt, auch die internationale Gemeinschaft, die das alles zugelassen hat, zur Verantwortung gezogen werden muss“, sagte Dzeletovic.

    Filme können enormen Einfluss haben

    Der Filmkritiker Bozidar Zecevic betont, dass Filme entscheidend beeinflussen und Wahrnehmungen verändern können. Er führt als Beispiel den politisch motivierten Trend zur Revision der Geschichte des Zweiten Weltkrieges im Westen an.

    „Daran nehmen leider auch viele Historiker teil, die sich hinter der Geschichte verstecken und absolut absurde Dinge sagen. Wir sind Augenzeugen dessen, wie sich diesem Kampf der Meinungen die Filmkunst anschließt. Die Rolle von Filmen ist riesengroß, sie kann bei solchen Dingen entscheidend sei. Im Westen gibt es eine einheitliche Meinung über die Serben, und das Thema des Organhandels und der damit verbundenen schrecklichen Verbrechen bleibt außerhalb der Aufmerksamkeit des breiten Publikums.“

    Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken

    Laut Zecevic könnte allein ein Film über die Verbrechen der Albaner dafür sorgen, dass die Weltgemeinschaft auf dieses Problem aufmerksam gemacht wird.

    „Solch ein Film – unabhängig davon, ob er ein fiktives Werk ist oder nicht, ob er Fakten darlegen bzw. manipuliert – wird dieses Thema auf jeden Fall in den Fokus rücken. Ich denke, das wird ausreichen. Regisseur Paul Kampf ist zwar durch seine früheren Werke noch nicht besonders bekannt, doch ich habe das Gefühl, dass dieser Film einen sehr großen Einfluss auf die globale öffentliche Meinung ausüben kann“, sagte der Gesprächspartner.

    Die meisten Menschen in der Welt haben nichts vom „gelben Haus“ und dem illegalen Organhandel im Kosovo und in Albanien sowie anderen Verbrechen in dieser Region gehört, weshalb der Film „Harvest“ ein wahrer Schock für sie sein könnte, so der Experte.

    „Ich denke, dass dieser Effekt schon ausreichen wird. Viele Zuschauer werden wohl sagen, dass das alles ausgedacht und serbische Propaganda ist. Wir haben bereits Erfahrung mit solchen Reaktionen, das ist zu erwarten. Doch die Bedeutung des Projekts ist trotzdem groß – das ist ein riesiger Schritt bei der Verbreitung der Wahrheit über die Geschichte des Kosovo und die schrecklichen Verbrechen dort“, so der serbische Filmkritiker.

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    Tags:
    Kriegsverbrechen, Organe, Hollywood, Kosovo