14:23 21 September 2020
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    Die verheerende Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut hat die Wohnungen von Zehntausenden Menschen zerstört. Beiruts Gouverneur Marwan Abbud sagte am Mittwoch dem libanesischen Sender MTV, zwischen 200.000 und 250.000 Einwohner hätten ihre Unterkünfte verloren.

    Wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, liege der Schaden zwischen drei und fünf Milliarden Dollar, erklärte Abbud weiter.

    ​Die Explosion hatte am Dienstag Beirut und das Umland erschüttert. Große Teile des Hafens wurden vollständig zerstört. Aufnahmen zeigten ein Bild der Verwüstung. Auch angrenzende Wohngebiete wurden stark beschädigt. Die genaue Ursache der Detonation war zunächst unklar. Das libanesische Kabinett traf sich am Mittwoch zu einer Dringlichkeitssitzung.

    Experten warnten vor den Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes, die seit Monaten ohnehin unter einer der schwersten Krisen in der Geschichte des Libanons leidet.

    „Diese Explosion ist der Sargnagel für die Wirtschaft des Libanons und für das Land im Allgemeinen”, sagte der libanesische Analyst Makram Rabah der Deutschen Presse-Agentur.

    Die Menschen könnten ihre Häuser nicht wiederaufbauen, weil ihnen das Geld fehle. Der Hafen in Beirut sei zudem die Lebensader des Landes. Da dort unter anderem Getreidesilos zerstört worden seien, müsste das Land jetzt mit Hunger und Engpässen bei Brot rechnen.

    Zahl der Toten steigt auf mindestens 100

    Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut steht die Stadt am Mittelmeer unter Schock. Die Zahl der Toten stieg auf mindestens 100, wie das libanesische Rote Kreuz am Mittwoch erklärte. Demnach wurden etwa 4000 Menschen verletzt. Rettungshelfer suchten in den Trümmern nach weiteren Opfern. Der Generalsekretär des Roten Kreuzes, George Kattanah, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Zahl der Opfer werde wahrscheinlich weiter steigen.

    Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020
    © REUTERS / Karim Sokhn/Instagram/Ksokhn + Thebikekitchenbeirut

    Aus Sicherheitskreisen hieß es, es würden noch mindestens 100 Menschen vermisst. „Es liegen noch immer viele Menschen unter den Trümmern”, sagte ein Offizieller, der ungenannt bleiben wollte.

    EU-Krisenzentrum schickt mehr als 100 Katastrophenhelfer nach Beirut

    Über das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen der EU werden mehr als 100 Katastrophenhelfer in die libanesische Hauptstadt Beirut geschickt. Die Experten und Such- und Rettungsfachleute kämen aus den Niederlanden, Tschechien und Griechenland, sagte ein EU-Beamter am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Auch von anderen Ländern werde noch Unterstützung erwartet.

    Das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen der EU war bereits am Dienstagabend in Kontakt mit den libanesischen Katastrophenschutzbehörden getreten.

    „Die EU steht in diesen schwierigen Momenten an der Seite der Menschen in Beirut”, kommentierte der für das EU-Krisenmanagement zuständige Kommissar Janez Lenarcic.

    Durch die verheerende Explosion im Hafen von Beirut am Dienstag kamen nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 100 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Als eine mögliche Ursache der Katastrophe gilt die Lagerung einer großen Menge Ammoniumnitrat im Hafen.

    Russland hilft mit Krankenstation und Ärzten

    Nach der Explosion in Beirut schickt das russische Katastrophenschutzministerium eine mobile Gesundheitsstation sowie Ärzte und Rettungskräfte in die libanesische Hauptstadt, die die Betroffenen betreuen und die Folgen der Detonation beseitigen sollen.

    Fünf Flugzeuge des Katastrophenschutzes sollen am Mittwoch Richtung Beirut abheben, erfuhr Sputnik aus dem Katastrophenschutzministerium. An Bord seien eine mobile Gesundheitsstation sowie Ärzte, Rettungskräfte sowie Mitarbeiter der Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor, die ein COVID-19-Testlabor in das vorderasiatische Mittelmeer-Land bringen sollen.

    ai/dpa/sna

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    Tags:
    Detonation, Explosion, Beirut, Libanon