15:46 31 Oktober 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (124)
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    Bei Protesten in der weißrussischen Hauptstadt Minsk sind mehrere Explosionen nach dem Einsatz von Tränengas und Blendgranaten gegen Demonstranten gemeldet worden. Das teilte ein Korrespondent von RIA Novosti vor Ort mit.

    Nach den Explosionen seien Rauchwolken aufgestiegen. 

    ​Nach der Präsidentenwahl in Weißrussland ist es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Die Protestierenden riefen die Uniformierten auf, sich dem Wählerwillen zu beugen und dem Volk anzuschließen. 

    In der Hauptstadt ging die Polizei mit Wasserwerfern, Gummigeschossen und Blendgranaten gegen die Demonstranten vor. Es soll auch Verletzte gegeben haben. Die genaue Zahl nannten die Behörden allerdings nicht. In der Nacht waren immer wieder Sirenen der Krankenwagen auf den Straßen zu hören. 

    Anhänger der Opposition errichteten Barrikaden aus Müllcontainern und bewarfen die Polizisten mit Knallkörpern. Ein Kameramann der Nachrichtenagentur Associated Press erlitt Verletzungen und wurde zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.

    Dutzende Demonstranten wurden laut Augenzeugen festgenommen. Das weißrussische Innenministerium hat inzwischen erklärt, die Situation in Minsk sowie anderen Städten völlig unter Kontrolle zu haben. Die Polizei zeigt verstärkte Präsenz im Minsker Stadtzentrum.

    „Derzeit erfolgen Festnahmen bei den unerlaubten Aktionen. Die Gesamtzahl soll aber erst später veröffentlicht werden, weil die Aktionen noch andauern“, sagte die Amtssprecherin gegenüber Sputnik.

    Präsidentenwahl am Sonntag

    Die Proteste richten sich gegen einen von den Behörden angekündigten Wahlsieg von Präsident Alexander Lukaschenko. 

    Der 65-Jährige kandidierte am Sonntag für seine sechste Amtszeit. Den Exit Polls zufolge soll er 79,9 Prozent der Stimmen erhalten haben. Um das Präsidentenamt bewarben sich vier weitere Kandidaten: Die ehemalige Abgeordnete des Unterhauses Anna Konopazkaja, der Co-Vorsitzende der Gesellschaftsvereinigung „Gowori Prawdu“ (Sage die Wahrheit), Andrej Dmitrijew, der Chef der sozial-demokratischen Partei „Gramada“, Sergej Tscheretschen, und die Ehefrau eines bekannten weißrussischen Video-Bloggers, Swetlana Tichanowskaja. Die Oppositionskandidatin kam demnach auf 6,8 Prozent der Stimmen. 

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    Proteste, Präsidentenwahl, Alexander Lukaschenko, Minsk