15:31 21 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (111)
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    Die Chefin der weißrussischen Wahlkommission Lidija Jermoschina, musste nach eigenen Angaben in der Nacht nach der Präsidentschaftswahl weggebracht werden.

    „Die Wahlergebnisse trafen buchstäblich im Handmodus ein, da die zentrale Wahlkommission – zumindest ich und ein Analytiker, wir waren nur zu zweit – um ein Uhr morgens aus dem Regierungsgebäude evakuiert wurden“, sagte Jermoschina vor Journalisten bei der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl am Montagmorgen.

    „Deshalb erhielten wir keine Wahlergebnisse (von den lokalen Wahlkommissionen – Anm. d. Red.), wir haben sie erst jetzt eben bekommen, geradezu kurz vor dem Briefing “, äußerte sie.

    Präsidentschaftswahl in Weißrussland

    Bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag konnte der amtierende Staatschef, Alexander Lukaschenko, nach vorläufigen Angaben 80,23 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Die Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja erhielt demnach 9,9 Prozent der Stimmen.

    Andrey Dmitrijew bekam 1,04 Prozent der Wählerstimmen, 1,68 Prozent der Wähler unterstützten Anna Kanopatskaja, für Sergej Tscheretschenj entschieden sich 1,13 Prozent der Wahlberechtigten. 6,02 Prozent stimmten gegen alle.

    Proteste und Gewalt nach Wahl in Weißrussland

    Am Sonntagabend war es in mehreren Städten Weißrusslands zu nicht genehmigten Protestaktionen gekommen. Die Zusammenstöße der Protestler mit den Ordnungskräften in der Hauptstadt Minsk dauerten fast vier Stunden an. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Lärmgranaten gegen die Protestierenden ein und zwang die Demonstrierenden gegen Mitternacht dazu, das Stadtzentrum zu verlassen. Bei den Aufständen wurden mehrere Menschen verletzt, einige von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

    Laut einer Sprecherin des Innenministeriums haben sich in der Nacht zum Montag Bürger in 33 weißrussischen Orten zu Kundgebungen versammelt.
    Während der Zusammenstöße bei den nicht genehmigten Protestaktionen seien 39 Ordnungskräfte und mehr als 50 Zivilisten verletzt worden, so die Sprecherin.
    Dabei dementierte das weißrussische Innenministerium die Informationen über ein Todesopfer bei den Protesten.  Zuvor hatte das Menschenrechtszentrum „Wjasna“ (dt.: „Frühling“) berichtet, dass bei einer Protestaktion in Minsk ein junger Mann angeblich von einem Polizeifahrzeug angefahren worden und seinen Verletzungen erlegen sei. Laut dem Ministerium gab es jedoch keine Toten. 
    Insgesamt seien landesweit wegen der Teilnahme an nicht genehmigten Protestaktionen rund 3000 Menschen festgenommen worden, 1000 davon in der Hauptstadt Minsk.
    Ein Teil der Protestler, die in Krankenhäuser gebracht worden seien, seien alkoholisiert gewesen. Schusswaffen habe man gegen die Gesetzesverletzer nicht eingesetzt.

    asch/sna/ae

     

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