21:54 30 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)
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    Bei Zusammenstößen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist am Montagabend laut der Sprecherin des Innenministeriums, Olga Tschemodanowa, eine Person ums Leben gekommen.

    „Bei einer Konfrontation mit Spezialeinheiten, die zur Entsperrung des Platzes eingetroffen sind, hat einer der Protestierenden versucht, einen unbekannten Sprengsatz zur Seite der Sicherheitskräfte zu werfen. Dieser ist in der Hand detoniert. Der Mann hat lebensbedrohliche Verletzungen erlitten“, schrieb Tschemodanowa in ihrem Telegramm-Kanal.

    Die Umstände des Geschehens würden zurzeit geklärt.   

    In der Nähe des Kaufhauses Riga in Minsk ist es laut einem Sputnik-Korrespondenten zu Explosionen gekommen. Zudem seien Polizisten mit Molotow-Cocktails beworfen worden. 

    Vermutlich handelt es sich dabei um Blendgranaten, die die Polizei gegen die Protestierenden einsetzt.

    Zuvor wurde mitgeteilt, dass die Protestierenden dort mit dem Bau von Barrikaden begonnen hätten. Zum Puschkin-Platz, wo es zu den Zusammenstößen mit den Demonstranten gekommen war, begebe sich eine Lkw-Kolonne der inneren Truppen. Zugleich verließen Unfallwagen und Gefängnistransporter mit Festgenommen den Platz.    

    In Minsk protestieren den zweiten Tag in Folge Menschen, die mit der Wiederwahl des Präsidenten Alexander Lukaschenko, der das Land seit 26 Jahren regiert, unzufrieden sind.

    Proteste nach Präsidentenwahl in Weißrussland

    Die Präsidentschaftswahl in Weißrussland hatte am 9. August stattgefunden.

    Am Sonntagabend war es nach Angaben des Innenministeriums in 33 weißrussischen Orten und mehreren Städten Weißrusslands zu Kundgebungen gekommen. Die Polizei in der Hauptstadt Minsk setzte Tränengas, Wasserwerfer und Lärmgranaten gegen die Protestierenden ein und zwang die Demonstrierenden gegen Mitternacht dazu, das Stadtzentrum zu verlassen.

    Während der Zusammenstöße bei den nicht genehmigten Protestaktionen wurden demnach 39 Ordnungskräfte und mehr als 50 Zivilisten verletzt.

    Insgesamt seien landesweit wegen der Teilnahme an nicht genehmigten Protestaktionen rund 3000 Menschen festgenommen worden, 1000 davon in der Hauptstadt Minsk. Strafverfahren wegen Massenunruhen und Gewaltanwendung gegen Vollzugsbeamte wurden eingeleitet. Den Verdächtigen drohen acht bis 15 Jahre Gefängnis.

    Der amtierende Staatspräsident Lukaschenko behauptete, die Protestdemos würden vom Ausland aus kontrolliert.

    ta

     

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    Sprengsatz, Opfer, Proteste, Präsidentschaftswahlen, Weißrussland