16:55 18 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (108)
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    Die Polizei in Minsk hat in der Nacht zum Dienstag Teilnehmer der Protestaktionen, die mit den Ergebnissen der Präsidentschaftswahl unzufrieden sind, auseinandergetrieben. Am Dienstagmorgen haben kommunale Dienste der weißrussischen Hauptstadt mit Aufräumarbeiten begonnen.

    Nach Angaben eines Korrespondenten von Sputnik Belarus vor Ort zerstreute die Polizei, die von Sicherheitskräften des Innenministeriums und den Spezialeinheiten „Alpha“ unterstützt wurde, in den frühen Morgenstunden die Demonstranten in der Nähe der U-Bahnstation „Sportiwnaja“ im Nordwesten der weißrussischen Hauptstadt sowie nahe des Einkaufszentrums „Riga“ im Osten. Das Stadtzentrum wurde abgeriegelt.

    Am Dienstagmorgen wurde die Abriegelung auf den Straßen von Minsk aufgehoben. Kommunale Dienste beseitigen die Folgen der Straßenproteste.

    Die Fahrt durch die Stadt erschweren nach Angaben eines Sputnik-Reporters zahlreiche Kehrmaschinen sowie andere Fahrzeuge, die am Dienstagmorgen an Orten im Einsatz sind, wo nachts Proteste stattfanden. In der Nähe der U-Bahn-Station „Puschkinskaja“ beispielsweise wurde ab 6 Uhr morgens die Fahrbahn bereits geräumt. Auf den Bürgersteigen lagen viele zerbrochene Blumenkästen und Gitter.

    „Jetzt ist es bereits sauber“, schilderte einer der Mitarbeiter, die an den Aufräumarbeiten beteiligt sind. „Sie hätten sehen sollen, wie es hier in der Nacht zugegangen ist – als ob es hier einen richtigen Krieg gegeben hätte.“

    Auch Mitarbeiter von Gastronomiebetrieben, von denen sich viele in der Nähe der U-Bahn-Station befinden, sind Teil der Aufräumarbeiten.

    Unruhen in Minsk: ein Toter

    Am Vorabend hatten Gegner des amtierenden Präsidenten, Alexander Lukaschenko, die mit der Wiederwahl des langjährigen Staatschefs nicht einverstanden sind, erneut Protestaktionen in Minsk veranstaltet. Die Protestler errichteten Barrikaden aus Blumentöpfen, Mülleimern und Werbepollern.

    Zur Zerstreuung der Demonstrierenden setzte die Polizei unter anderem Wasserwerfer und Lärmgranaten ein. Nach Angaben des Innenministeriums kam ein Mensch während der Unruhen ums Leben. Ein Protestierender habe versucht, einen Sprengsatz auf die Ordnungskräfte zu werfen. Allerdings sei der nicht identifizierte Gegenstand in seiner Hand explodiert und habe Verletzungen verursacht, die mit dem Leben unvereinbar seien, hieß es.

    Lage in Belarus

    Am 9. August fanden in Weißrussland Präsidentschaftswahlen statt. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission gewann der amtierende Präsident, Alexander Lukaschenko, der das Land seit 26 Jahren anführt, mit 80,08 Prozent der Wählerstimmen.

    Bereits am Sonntagabend begannen in mehreren weißrussischen Städten nicht genehmigte Massenproteste. In Minsk errichteten die Demonstranten Barrikaden aus Mülleimern. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und leichte Lärmgranaten gegen sie ein und vertrieb die Protestler aus dem Stadtzentrum.

    asch/sna/ae

     

     

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    Unruhen, Proteste, Präsidentschaftswahlen, Präsidentschaftswahl, Präsidentenwahl, Minsk, Weißrussland