07:49 30 September 2020
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    Präsidentenwahl in Weißrussland (119)
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    Auch zwei Tage nach der Präsidentschaftswahl in Weißrussland, die der langjährige Amtsinhaber Alexander Lukaschenko laut Behördenangaben gewonnen hat, liegt das Internet in der Ex-Sowjetrepublik weitgehend lahm. Regierung und Opposition machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. 

    Probleme mit dem Internetzugang gab es bereits während der Abstimmung am Sonntag, berichtet ein Sputnik-Korrespondent aus Weißrussland. Schon am Abend brach das Internet völlig zusammen. Am Montag funktionierten die Seiten von Behörden und Staatsmedien zwar wieder ohne Beeinträchtigung, doch andere Internetseiten und beliebte Messenger waren kaum noch zugänglich. Am Dienstag sind viele Webseiten, darunter auch von Behörden, immer noch nicht aufrufbar, Suchmaschinen und YouTube funktionieren nicht, es gibt Probleme bei der Nutzung von Messengern.

    Während Kritiker der Regierung die Schuld an den Netzsperren geben, behauptet Präsident Alexander Lukaschenko, das Internet sei aus dem Ausland abgeschaltet worden. Weißrussland werde damit „auf hybride Weise“ unter Druck gesetzt. Lukaschenko hatte bereits am Montag erklärt, dass die massiven Proteste, die nach der Bekanntgabe des amtlichen Wahlergebnisses landesweit ausgebrochen waren, aus dem Ausland organisiert würden.

    Denis Kuskow, Chef der analytischen Agentur TelecomDaily, verbindet die Internetprobleme mit der Auflösung der Proteste am Sonntag.

    „Es fällt einem schwer, die Abschaltung des Internets nicht mit den vor sich gehenden Ereignissen in Verbindung zu bringen“, sagte er.

    Der seit 1994 regierende Lukaschenko ist bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag nach vorläufigen Angaben der Zentralen Wahlkommission in Minsk mit 80,08 Prozent der Stimmen für die sechste Amtszeit gewählt worden. Seine nächste Herausforderin Swetlana Tichanowskaja kam auf 10,09 Prozent der Stimmen. Tichanowskaja erkennt die Niederlage nicht an: Nach Informationen ihres Wahlteams gewann sie die Wahl mit 70 bis 80 Prozent der Stimmen.

    Schon am Sonntagabend gingen landesweit Tausende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen waren nicht von Behörden genehmigt. In der Hauptstadt Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden aus Mülltonnen. Die Miliz, wie die Polizei in Weißrussland heißt, trieb die Protestierenden mit Tränengas, Wasserwerfern und Blendgranaten auseinander. Nach Angaben des Innenministeriums in Minsk wurden 90 Menschen verletzt, es gab rund 3000 Festnahmen.

    leo/ae

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    Tags:
    Massenproteste, Proteste, Opposition, Alexander Lukaschenko, Internetblockade, Internet, Präsidentschaftswahl, Weißrussland